Ehemaliger Offizier und Buchautor Jurij Lebedev
als Gastredner bei der Kolpingsfamilie Vienenburg

© Fotos und Bericht von Helmut Hohaus
Als anerkannte Kriegshistoriker, Buchautor und ehemalige Offizier der Russischen Armee weilte als Gast Jurij Lebedev beim Kolpingbruder Siegfried Wendler in Vienenburg. Wendler hatte zu Lebedev Kontakt durch eine Reise nach St. Petersburg bekommen, bei der er sich auf die Spuren seines in Russland gefallenen Vaters begeben hatte. Auf Einladung kam Jurij Lebedev mit seiner Ehefrau Prof. Dr. Phil. Larissa Lebedev nach Vienenburg. Schnell war sich die Kolpingfamilie einig, Lebedev zu einer Vortragsveranstaltung in das Bischof – Rese Haus (BRH) einzuladen. Die große Anzahl von annähernd 100 Besuchern zeigte vom Interesse am Gastredner und dessen Thema. Lebedev hat den Grundstock für seine guten Deutschkenntnisse als Offizier der Russischen Armee gelegt. Er hielt sich von 1976 bis 1981 in der damaligen DDR im Einsatzgebiet auf dem Brocken. Später wurde er zu vielen offiziellen Anlässen als Dolmetscher verpflichtet, bei denen so bekannte Politiker wie Jaruzelski, Putin, Schröder und Wulf anwesend waren. Themen Lebedev´s bei der Vortragsveranstaltung im BRH waren Berichte aus seinem Werdegang in der Russischen Armee bis hin zum Offiziersrang. Interessante Bilder dazu ergänzten die Ausführungen. Weiter sprach er darüber, das er das Buch des deutschen Schriftstellers Arno Surminski „Vaterland ohne Väter“ in die Russische Sprache übersetzte. Damit wurde russischen Bürgern die Möglichkeit gegeben, dieses Buch zu lesen, die deutsche Sichtweise des Krieges zu begreifen, und damit einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung zu leisten. Weitere von ihm herausgegebene Bücher in russischer Sprache zu Themen des Krieges gaben Einblicke in seine Tätigkeit als Buchautor. Dies alles trägt sicher nicht unerheblich zur Versöhnung zwischen dem Russischen und Deutschen Volk bei. Darüber hinaus berichtete er über das Russland von heute, und sagte, er gebe die Hoffnung für eine weitere Demokratisierung Russlands und einen Aufschwung des Landes auf das Niveau Westeuropas nicht auf. Dies sehe er auch als wichtiges Ziel für einen dauerhaften Frieden an. Anschließend stellte sich Lebedev vielschichtigen und interessanten Fragen aus dem Zuhörerraum. Kolpingbruder Siegfried Wendler berichtete in Wort und Bild von seiner interessanten und emotionell aufgeladenen Reise nach St. Petersburg. Sie führte ihn durch die gute Begleitung von Jurij Lebedev zu den Stätten in Russland, an denen sein Vater für das Ziel des verblendeten Hitler-Regimes kämpfen musste, und schließlich sein junges Leben dafür gab. Die Teilnehmer der Veranstaltung dankten Lebedev mit anhaltendem Applaus für den sehr interessanten, sowie mit Anekdoten gespickten Vortrag.

Die Kolpingfamilie Vienenburg und Jurij Lebedev wollen über die Veranstaltung hinaus weiteren Kontakt halten. Ein Besuch in St. Petersburg wird in Erwägung gezogen. Wendler dankte auch Svetlana Nosov und Katja Kassner,, die auch an dem Abend als Zuhörer anwesend waren, beide hatten ihm bei der Durchführung der Reise nach St. Petersburg geholfen, denn beide sprechen die russischen Sprache.

Foto A und B : Von links: Johannes Marx, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, Larissa und Jurij Lebedev, Svetlana Nosov, Katja Kassner, Siegfried und Marianne Wendler

Foto C bis F : Referent bei der Kolpingsfamilie: Offizier und Buchautor Jurij Lebedev













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