Die Geschichte des Kirchortes Hl. Familie

Als 1642 Burg und Amt Vienenburg an Hildesheim zurückkamen benutzte die nun eingerichtete katholische Amtspfarrei die Burgkapelle für ihre Gottesdienste. Nach dem Auszug des Burgherren ließ man das Herrenhaus bewusst verfallen und das Gebäude baupolizeilich schließen.

1824 wurde der Gottesdienst gegen den Willen der katholischen Gemeinde Vienenburg-Lochtum in die Klosterkirche Wöltingerode verlegt. Ganz abgesehen davon, dass die rechtlichen Verhältnisse das kaum zuließen (die Burg war Domanium, über das die Regierung verfügte), die Kirche Wöltingerode gehörte jedoch der Klosterkammer (eine Stiftung öffentlichen Rechts), musste für die Gemeinde das Angebot nicht annehmbar erscheinen, und mochte sich auch der Pastor (Ludewig) damit abfinden, die Gemeinde tat es nicht. Sie dachte vor allem an die Kinder, an die Alten, die Gehbehinderten und die Kranken. Der Weg nach Wöltingerode war bei den Wegverhältnissen schon bei gutem Wetter eine Zumutung, bei schlechtem, besonders zur Schneeschmelze im Harz unpassierbar und lebensgefährlich.

Doch in Hannover, von dem man seit 1813 regiert wurde, zeigte man sich verärgert über soviel Aufsässigkeit. Man solle die unruhigen Querulanten ab- und zur Ruhe weisen. Pastor Ludewig resignierte 1326 und verließ Vienenburg. Die Gemeindemitglieder aber mupften weiter auf; wenn nicht anders, dann wollten sie sich selber "aus eigenen Mitteln und milden Gaben" eine Kirche erbauen.

Das schien in Hannover Eindruck gemacht zu haben. Denn nun hieß es, die Gemeinde solle dazu Bauplatz, Bausteine und Bauholz "forstzinsfrei" erhalten, sie solle jedoch die Handdienste stellen, während die (evangelischen!) Bauern die Spanndienste zu übernehmen hätten. Und so geschah es. Allerdings hätten die Katholiken für die Zukunft keine Ansprüche mehr zu stellen, dass also "aus jener Überlassung keine Verpflichtungen zu dem künftigen Unterhalt der Kirche für das Domanium auf irgend eine Weise gefolgert werden solle". Nicht ohne Rührung erfährt man, wie nun fleißige Hände sich regten mit Hacke, Karst und Spaten, um ein bisher beispielloses Gemeinschaftswerk in Angriff zu
nehmen und zu vollenden.

Am 5. September 1826, inmitten der Erntezeit, konnte das Richtfest gefeiert werden. Die jetzige katholische Kirche wurde als einfacher Fachwerkbau auf dem Kattenberg errichtet; die Regierung zahlte 6000 Mark Ablösekapital dazu und stellte alles Material.

Überaus groß waren Freude und Begeisterung, als der erst am 14. Oktober 1829 geweihte Hildesheimer Bischof Godehard Joseph Osthaus am 8. Dezember 1829, dem Gotteshaus die kirchliche Weihe erteilen konnte. Vienenburg war die erste Kirchenweihe des gebürtigen Hildesheimers, der in Wöltingerode abstieg, wo sein Bruder seinerzeit Klostergutspächter war.

Die Geschichte der katholischen Kirche "Hl. Familie"

1829 errichtete man, wie am Westende über der westlichen Eingangstür beschrieben, auf dem Kattenberg die jetzige katholische Kirche als einfachen Fachwerkbau. Die hochge­legene, auf hohem Bruchsteinsockel erbaute katholische Kirche mit fünfseitigem Chor und großem Dachreiter, mit ei­nem aus dem Westgiebel aufsteigenden Turm. Das Innere ist einfach, mit ebener geputzter und bemalter Decke. Eine chorartige Apsis sollte hinter der Altarwand eine Not-Sakristei bilden.

Eine kleine Eingangshalle mit Pultdach kam 1859 hinzu, desgleichen wurde die Südseite mit Dachpfannen behängt. Auf jeder Seite vier verhältnismäßig große Fenster entsprechend dem Fachwerk. Im Inneren wurde der Fußboden mit roten Ziegeln ausgelegt, unter das recht provisorische Gestühl kam 1859 ein Holzpodest. Die Altarwand holte man von Wöltingerode (Johannesaltar von 1712) sowie den Beichtstuhl.

1840 kamen die große Kreuzgruppe, die Pieta und einige Großbilder (Ölgemälde) hinzu. Bis 1954 musste man ohne Heizung auskommen. Eine Orgel kam erst nach 1859. Vielfache Veränderungen, zumal die Ummantelungen des Fachwerks innen und außen, prägen das heutige Bild. Ausmalungen erfolgten 1894 (Eltermann), eine Renovierung mit Einbau der Chorschranken 1941/1942.

Ab 1954 fanden ständig Reparaturen und Verbesserungen statt, bis zum Gesamtbild der heutigen Innenausstattung und auch des Äußeren, wobei eine neue Turmuhr mit vergoldeten Ziffern dem nach allen vier Seiten besondere Akzente setzt. Bei alledem verlor der Bau sein scheunenhaftes Aussehen. Mit seinem leuchtend-weißen Wandwerk, dem Fachwerk der Apsis dem roten Ziegeldach und der Schiefereindeckung von Turm und Chor krönt er die Höhe des Kattenberges.

Stadt - Land - Gott

Segeltörn 2008

Adventliches Wochenende

Präventionsschulung

Facebook