01. Juni 2018

Dem Baldachin folgten die bunten Privatbaldachine

Und in der Eucharistiefeier zu Fronleichnam empfingen zwei Jugendliche die Erstkommunion.

Von Marco Koch - Eine "Glaubensaussage" stand am Beginn der Fronleichnamsprozession in Goslar: Pfarrer Dirk Jenssen hatte einen Blick durch die Kirchentür riskiert und vermeldete dann, dass es zwar tröpfele, er aber glaube, dass die Prozession doch draußen stattfinden kann. Also folgten dem Baldachin, unter dem das Allerheiligste - Christus in der Gestalt des eucharistischen Brotes - durch die Straßen Goslars getragen wurde, viele bunte Privatbaldachine. Bald konnten sie jedoch geschlossen werden, denn auch das Tröpfeln hörte auf und es blieb trocken. Sein Glaube hatte den Pfarrer also nicht getäuscht.

Eine gute Stunde zuvor hatte die Heilige Messe in der St.-Jakobi-Kirche begonnen, in der zwei junge Menschen die Erstkommunion empfingen; einer von ihnen wurde gleichzeitig in die katholische Kirche aufgenommen. Auf die Frage, was sie sich für diesen Gottesdienst wünschen würden, hatten sie vor einigen Wochen geantwortet: "Moderne Musik". Dieser Wunsch wurde ihnen erfüllt, indem die Musikgruppe die musikalische Gestaltung übernommen hatte. Schön war auch, dass neben Gläubigen aus den verschiedenen Kirchorten, einige Kommunionkinder dieses Jahres dabei waren, die dann während der Prozession neben dem Baldachin mit dem Allerheiligsten gingen.

Auf dem Weg begleitete die Erzählung von der wunderbaren Brotvermehrung (Mk 6,30-44) die Mitfeiernden. Zwischen den drei Stationen waren sie eingeladen zu beten, sich über die Frage auszutauschen, ob sie - wie die Menschen im Evangeliumstext - auch schon einmal "losgelaufen" sind, um Jesus zu begegnen, und zu schweigen. Die Fürbitten an den Stationen nahmen die Nöte und Sorgen in der Welt, aber auch ganz konkret in Goslar in den Blick. Diesen Menschen galt dann auch der abschließende Segen an jedem Haltepunkt.

Gesprächsthema Nummer 1 bei der anschließenden Begegnung im Gemeindezentrum war allerdings nicht der Gottesdienst, sondern der Hubschrauber der Bundespolizei, der mehrfach über die Prozession hinwegflog und zum Abschluss über dem Jakobikirchhof kreiste. Aber möglicherweise ging es den Insassen ähnlich und sie fragten sich, was für eine verfrühte "Demonstration" da durch die Straßen Goslars zieht - die Kundgebungen im Rahmen der Aktion "Goslars Zukunft bleibt bunt!" finden ja erst am 2. Juni statt.


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