06. Oktober 2017

Die Osterkerze war von Anfang an dabei

Seit zehn Jahren feiern Elisabeth Schimek und Bettina Fritzsche Wortgottesdienste in der Seniorenresidenz Schwiecheldthaus in Goslar.

Von Marco Koch - Das Gespräch findet am Ort des Geschehens statt – im Jagdzimmer des Schwiecheldthauses. Gerade ist die Wortgottesfeier beendet und der Geruch der ausgeblasenen Osterkerze erfüllt noch den ganzen Raum. „Die Osterkerze war von Anfang an dabei. Und wir beide auch!“ sagt Elisabeth Schimek, die während der zehn Jahre Texte und Ideen liefert. Bettina Fritzsche begleitet die Wortgottesfeiern musikalisch mit der Gitarre. Es ist schon etwas Besonderes, dass in all den Jahren nur sehr selten ein Gottesdienst, der in der Regel am 1. Montag im Monat stattfindet, ausgefallen ist.

Von der damaligen Hausleitung und einer Bewohnerin kam im Jahr 2007 die Anfrage, ob es nicht möglich wäre, im Schwiecheldthaus regelmäßig eine Andacht zu halten. Unterstützt von Yolande Jagemann, die im Sozialen Dienst tätig war und eine gute Verbindung zu den Bewohnern des Hauses hatte, nahmen in den Hoch-Zeiten bis zu 20 Personen an den Gottesdiensten teil; aktuell sind es fünf bis zehn. Aber die Anzahl ist Elisabeth Schimek und Bettina Fritzsche nicht so wichtig. Beide sind dankbar für die Hausbewohner, die kommen. Schließlich müssen sie sich inzwischen eigenständig über den Termin informieren und sich dann auf den Weg machen.

Nach wie vor sind die beiden Gottesdienstleiterinnen begeistert von ihrer Aufgabe. Jedes Mal aufs Neue fühlen sie sich bereichert durch die Begegnung mit den Senioren. „Die inhaltliche Vorbereitung und die Suche nach den passenden Worten bringt mich selbst im Glauben weiter. So gelingt es mir, die Evangelientexte besser zu verstehen“ – davon ist Elisabeth Schimek überzeugt. Für die Vorbereitung nimmt sie sich ungefähr einen Monat Zeit. Immer, wenn ein Gottesdienst gedanklich fertig ist, beginnen die Vorüberlegungen für den nächsten. Zuhause stehen inzwischen zwei prall gefüllte Aktenordner mit allen Gottesdiensten der letzten zehn Jahre. Wenn Elisabeth Schimek dort hineinschaut, merkt sie, dass eine Entwicklung stattgefunden hat. „Da sind meine Ansprüche an mich selbst schon gestiegen. Es gelingt mir heute viel besser, mich in die Senioren einzufühlen“, sagt sie. An zwei Gottesdienste denken die beiden besonders gern zurück. Einmal wurde eine Bibel in ein Brot gebacken, um zu verdeutlichen: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4). Und zu einer anderen Wortgottesfeier hatte Elisabeth Schimek ein Scrabble-Spiel mitgebracht. Als die Buchstaben ausgeworfen wurden, ließ sich daraus „Gute Nachricht“ legen. Zufall? Sicher nicht!

Bei Bettina Fritzsche spielt der „Spaß an der Musik“ eine wichtige Rolle. Sie sagt: „In den ersten Jahren wurden mehr neue Lieder gesungen. Aber irgendwann äußerten die Mitfeiernden den Wunsch, alte Kirchenlieder zu singen – Lieder, die sie gut kennen. Wichtig ist es auch, Lieder zu wiederholen. Dann können die Senioren gut mitsingen, ohne dass sie einen Liedzettel brauchen.“

Die beiden Gottesdienstleiterinnen wünschen sich, dass „so etwas“ in vielen anderen Seniorenheimen auch möglich ist. Sie selbst gehen seit drei Jahren auch regelmäßig ins „Stadthaus am Zwingerwall“. Ihr Erfahrung: Die Häuser stellen sich auf die Gottesdienste ein und sind froh, „dass wir kommen!“

Am 9. Oktober soll das Jubiläum mit den Gottesdienstteilnehmern gefeiert werden. Dabei wird ein Glas Sekt nicht fehlen. Übrigens: Zu den Wortgottesfeiern ist jeder herzlich eingeladen.


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