12. April 2018

Getröstet, ermutigt und gestärkt

Diakon Eugen Griesmayr hat eine Gemeinsamkeit in den österlichen Bibeltexten entdeckt. Davon erzählt er in seinem "Wort zum Sonntag".

Noch in der Osterwoche bekam ich die Anfrage für drei Beerdigungen. Bei manchen dieser Trauersituationen war schon beim ersten Telefonkontakt zu spüren, dass dort die Trauer besonders stark empfunden wird. Plötzliche und unerwartete Todesfälle sind ein großer Schock für die nahen Angehörigen und steigern ihren Schmerz ins Unermessliche. Ich dachte mir, dass für sie in ihrer Situation das Osterfest mit der Freude über die Auferstehung Jesu Christi vermutlich vorbei war.

An Ostern feiern die Christen die Erlösung durch Jesus Christus. Deshalb ist es das größte Fest der Christenheit und das herausragende, kirchliche Ereignis des Jahres in unseren Gemeinden. Die Bibeltexte in den Gottesdiensten nehmen uns mit auf den Weg des Leidens, Sterbens und Auferstehens Jesu Christi. Er ist unsere Hoffnung über den Tod hinaus. Doch was bleibt von dieser Hoffnung, wenn mich die Trauer überwältigt und ich nicht begreifen kann, dass der geliebte Mensch nicht mehr bei mir ist; wie soll es ohne ihn weitergehen?

Am Mittwoch im Harzburger Krankenhaus fragte mich ein Patient, was er einem trauernden Freund sagen könne, dessen Vater tödlich verunglückt sei. Spontan antwortete ich, dass ich wahrscheinlich zunächst keine Worte finden und nichts sagen würde, aber dass ich es sehr wichtig fände, diesen Freund in seiner Trauer nicht allein zu lassen. Bei einem Seminar der Notfallseelsorge habe ich vor Jahren gelernt, dass es sehr wichtig ist, traumatisierten Menschen zur Seite zu stehen und ihnen nahe zu bleiben. Die Nähe eines mitfühlenden Menschen hilft - auch ohne Worte. Doch häufig - vermutlich auch aus Unsicherheit - reagiert man mit Distanz und Abwendung, geht der Begegnung mit trauernden Menschen aus dem Weg.

In meinen letzten Gottesdiensten in verschiedenen Altenheimen und in der Reha-Klinik ist mir an den österlichen Bibeltexten etwas aufgefallen: Der auferstandene Jesus ist nicht gleich in den Himmel verschwunden, sondern bei den verzweifelten und trauernden Jüngern geblieben. Immer wieder hat er sich ihnen gezeigt, sie getröstet, ermutigt und gestärkt, damit sie ihren Weg fortsetzen und ihr weiteres Leben meistern können. Zuletzt hat er ihnen den Beistand, den Heiligen Geist, gesandt. So wurden aus trauernden und verzweifelten Jüngern hoffende und vertrauende Apostel, die als Zeugen der Auferstehung allen diese hoffnungsvolle Botschaft weitergeben.


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