07. Oktober 2017

Nur mich selbst kann ich ändern

Diakon Eugen Griesmayr macht sich in seinem Wort zum Sonntag Gedanken über das Miteinander im Straßenverkehr.

In meiner Tätigkeit als Diakon in dem großen Gebiet unserer katholischen Kirche Nordharz bin ich häufig mit dem Auto unterwegs. Dabei fiel mir seit Jahren auf, wie viele Teilnehmer im Straßenverkehr rücksichtslos miteinander umgehen. Immer mehr Autofahrer achten immer weniger aufeinander; jeder will selbst möglichst schnell vorankommen. Höflichkeit und Rücksicht erlebe ich sehr selten.

Ich glaube nicht, dass dies immer aus Boshaftigkeit geschieht. Ich meine eher, dass der andere Verkehrsteilnehmer oft nicht wahrgenommen wird. Man denkt nicht daran, dass das eigene rücksichtslose Verhalten den anderen beeinträchtigt, behindert, ihn sogar gefährden kann. Wenn ich unter Zeitdruck zu einem Termin unterwegs bin, zu einer Beerdigung zum Beispiel, stelle ich auch bei mir selbst ein ähnliches Verhalten fest. Dabei bringt mir das gehetzte, schnellere Fahren meist keine Zeitersparnis.

Machen Sie ähnliche Erfahrungen, oder ist es nur meine persönliche Wahrnehmung? Mein Onkel in Kanada hat mir einmal erzählt, was den Fahrschülern dort besonders ans Herz gelegt wird: Sie sollen relaxed fahren, das heißt entspannt, gelassen, locker und gelöst, freundlich und zuvorkommend sein. Was wäre das für ein schönes Miteinander im Straßenverkehr! Wenn dann noch Höflichkeit und Rücksicht dazu kämen, hätten wir ein kleines Stück Himmel auf unseren Straßen.

Doch mit meinem Ärger über die anderen Autofahrer ändere ich keinen; ich schade lediglich mir selbst. Nur mich selbst kann ich mit Gottes Hilfe ein kleines Stück ändern - und das ist schwer genug. Bei längeren Autofahrten, zum Beispiel in den Urlaub, gelingt mir das ein wenig. Ich bete dann vor der Fahrt um den Schutz Gottes vor gefährlichen Situationen und auch darum, dass ich keinen anderen gefährde. Ein kleiner Weihnachtsstern in meinem Auto, ein Geschenk einer Freundin, soll mich immer daran erinnern.


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