31. Oktober 2017

Reformationstag 2017

Grußwort von Pfarrer Dirk Jenssen in der Marktkirche

Liebe Brüder und Schwestern der evangelischen Gemeinde! Zu Ihrem besonderen Tag heute wünsche ich Ihnen ausdrücklich als Pfarrer der katholischen St. Jakobusgemeinde Gottes Segen. Ausgehend von St. Jakobi entwickelte sich die Reformation in Goslar mit schnellen Schritten. Heute wird natürlich gefragt, wie es mit der zukünftigen Entwicklung aussieht. Viel Rückblick wurde im vergangenen Jahr schon gehalten. Dieser Tage las ich vom österreichischen Schriftsteller Michael Köhlmeier vom „Wiederfinden des Verlorenen“. Manches an Überlagerung unseres Glaubens an Jesus Christus war damals der gerechte Grund der Reformation. Manches hatten wir Katholiken vergessen. Heute finden wir Christen uns – egal welcher Coleur – vielleicht in ähnlicher Lage: Wir sind auf der Suche nach neuem Leben, das uns zuweilen verlorengegangen ist! Genau wie wir bei einem schönen Essen keinem sagen können, um ihn zu überzeugen: „Schmeckt doch gut!“ Genauso braucht es neue Augen und Sinne für uns alle, was kostbar und anziehend an unserem Glauben ist. Es muss insofern duften. Michael Köhlmeier schreibt: „Das Verlorene ist angesichts des Todes immer die Liebe.“ Recht hat er! Es muss nach Liebe duften. Die Liebe wird uns reformfähig machen. Die gemeinsame Liebe zu Jesus Christus, mit Herz und Verstand. Ich frage mich selbstkritisch: Wo ist meine Liebe zu ihm und zu seiner Herde bei bestehender Trennung? Ich habe Reformationsbedarf besonders in dem Bereich, dass ich mir manchmal denke, dass unsere konfessionelle Vielfalt schon genügend Einheit wäre. Und doch steht mir da Johannes 17 im Weg, mit Jesu Bitte um die Einheit. Unsere Einheit in der Vielfalt braucht Weiterentwicklung! Was ich uns wünsche ist: Weniger über Kirche und Kirchen zu sprechen. Dabei wünsche ich Ihnen vielmehr, dass sie Ihre Bemühungen über Neustrukturierungen in Goslar schnell abschließen können. Wichtiger ist mir der Wunsch nach Inspiration! Das immer wieder Verlorene, nämlich den lebendigen Glauben neu zu finden, weil da einer ist, der uns zieht und inspiriert. Dann ist es nicht mehr nur ein zurückkommen, sondern eine Erneuerung mit Entwicklungspotential. Nach vorne schauen, weil wir uns vergewissert haben, wer uns wirklich trägt. Ihnen allen einen erfüllten und gesegneten Reformationstag.


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