02. Juni 2018

Zukunft hat der Mensch des Friedens (Ps 37,37)

Regina Soot schreibt in ihrem Wort zum Sonntag zu den unterschiedlichen Sichtweisen auf die Zukunft und den einfachen Antworten.

Von Regina Soot - „Zukunft“ – löst dieser Begriff Freude in Ihnen aus oder graut Ihnen davor? 

Unsere Gesellschaft ist inzwischen unglaublich komplex geworden. Die scheinbar unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten des Alltags und der immer und überall mögliche Zugriff auf Informationen jeglicher Art lassen uns nicht nur die Vorteile dieser Entwicklung spüren. Wenn keine Orientierungspunkte mehr zu erkennen sind, kann Freiheit und Vielfalt schnell zu einer Überforderung und einer tiefen Verunsicherung führen.

Auf die wachsende Sehnsucht nach einer Vereinfachung des Lebens gibt es unterschiedliche Reaktionen. Die „Angebote der einfachen Antworten“, wie sie in manch populistischen, links- oder rechtsextremistischen Sichtweisen oder auch in fundamental-religiösen Strömungen zu finden sind, machen sich die Unsicherheit der Menschen zunutze und verstärken sie. Anhand weniger Aspekte wird erklärt, wie Menschen und Systeme zu beurteilen sind. Dass dabei immer nur eine Seite beleuchtet wird und dass der Blick zwar vereinfacht, aber auch wesentlich gekürzt wird, trägt nicht zu einem besseren Verstehen bei. Und wenn dabei Menschen anhand weniger Merkmale (z. B. ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung oder Religion) eingeordnet werden, dann sorgt dies für einen Unfrieden, der uns die Zukunft eher verbaut als öffnet.

„Zukunft hat der Mensch des Friedens“, so lesen wir im Kapitel 37 des biblischen Buchs der Psalmen. In den Evangelien wird eindrücklich erzählt, wie Jesus den Blick der Menschen immer wieder über das ICH hinaus zum NÄCHSTEN lenkte und wie aus dem Verurteilen ein Verstehen und aus der Angst eine Gelassenheit werden kann. Und vielleicht ist es genau das, was diesen zukunftsfähigen Frieden ausmacht. Ich bin davon überzeugt, dass wir die künftigen Herausforderungen nur meistern können, wenn wir gemeinsam und im gegenseitigen Verstehen nach Möglichkeiten suchen, das Leben in der Zukunft zu gestalten.

„Zukunft hat der Mensch des Friedens“ - unter dieser Überschrift startet heute der Aktionstag „Goslars Zukunft bleibt bunt!“ mit einem Stärkungsgottesdienst. Die unterschiedlichen Mittagsgebete greifen ebenfalls diese Botschaft des Friedens auf, die hoffentlich auch heute den Einsatz für eine bunte Gesellschaft prägt.


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