17. März 2019

100 brennende Kerzen

Die Jugendlichen, die sich auf ihre Firmung im August vorbereiten, trafen sich in St. Benno zur "Nacht des Aufbruchs".
Von Marco Koch - Ungefähr 100 brennende Kerzen tauchten die St.-Benno-Kirche an diesem Freitagabend in ein besonderes Licht. Obwohl 30 Jugendliche sich einen Platz gesucht hatten, war es fast so still, als wäre die Kirche leer. Aber es war eine erwartungsvolle Stille, in die hinein die Worte des Propheten Jeremia zu hören waren: "Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der Herr. Ihr werdet kommen und zu mir beten, ihr werdet rufen und ich werde euch erhören. Ihr werdet mich suchen und werdet mich finden. Denn wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen. Das sage ich, der Herr. Ich werde alles wieder zum Guten wenden und euch sammeln aus allen Völkern und Ländern, wohin ich euch versprengt habe; ich bringe euch an den Ort zurück, von dem ich euch weggeführt habe." (Jer 29, 11b-14) Gott zu suchen, darum ging es bei der "Nacht des Aufbruchs" an verschiedenen Stationen. 15 Minuten Zeit hatten die Jugendlichen bei jedem der fünf Impulse, um ganz unterschiedliche Aspekte des "Aufbrechens" kennenzulernen und ihre Erfahrungen damit zu machen: Die Kraft des Kükens, das die Eierschale durch seinen Lebenswillen und seine Neugier aufbricht, war ebenso Thema einer Station, wie das Siegel, das aufgebrochen wird, um eine wichtige Nachricht zu lesen oder die Nuss, die aufgebrochen werden muss, um an den Kern zu kommen. Auf der Orgelempore wurden Ketten "gesprengt", in der Marienkapelle ging es um das Samenkorn, das aufbricht um Frucht zu bringen und in der Sakristei konnten die Jugendlichen sich bei heißer Schokolade und heißem Tee aufwärmen. Zum Abschluss der "Nacht des Aufbruchs" saßen die Jugendlichen dicht gedrängt zwischen Altar und Tabernakel, um Eucharistie zu feiern. Statt einer Predigt gab es die Möglichkeit, sich kurz zu den Erfahrungen des Abends zu äußern. "Die Stationen haben mir gezeigt, an wie vielen Stellen meines Lebens Gott dabei ist", versuchte ein Jugendlicher das Erlebte zusammenzufassen. Ja, Gott hat uns zugesagt, sich von uns finden zu lassen - wenn wir ihn suchen, wenn wir innerlich aufbrechen, um offen zu sein für das, was er uns schenken will.

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