Bis an die Grenze
Von Marco Koch - Jeweils 25 Minuten hatten die Jugendliche an jeder der vier Stationen in der Goslar St.-Jakobi-Kirche Zeit, um sich Gedanken zu ganz unterschiedlichen Fragestellungen zu machen, die - mal mehr, mal weniger - mit dem Motto der Vorbereitungszeit "Bis an die Grenze - und darüber hinaus" in Zusammenhang standen.
In einer Bildbetrachtung ging es darum, wo die Grenze der Freiheit ist: Wann fühle ich mich frei, wann eher gefangen, angekettet? Welche Freiheit kann Gott mir schenken? Wie schwer es ist, so manche Kette wieder loszuwerden, konnten die Jugendlichen erfahren, als sie eine Kette zerteilen sollten. Mit bloßer Hand war das ziemlich schwierig bis unmöglich, mit dem richtigen Werkzeug - einem Bolzenschneider - aber kein Problem.
Das biblische Gleichnis vom Licht, das man nicht unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter stellt, beschäftigte die Jugendlichen an einer Station, bei der es um die Grenze zwischen Licht und Finsternis, die Erfahrung von hell und dunkel ging: Was macht mein Leben hell, was macht es dunkel? Welche Möglichkeiten habe ich, Licht für andere zu sein?
An einer anderen Station werden die Jugendlichen die Grenze zwischen dem Heute und dem Gestern überschreiten: Ein Jahr wird es dauern, dann bekommen sie Post - Post von sich selbst. Was oder wer bedeutet mir heute etwas? Was ist mir heute wichtig? Welche Pläne habe ich für die Zukunft? Zu diesen Fragen schrieben die Jugendlichen sich einen Brief, den sie dann in einem Jahr zugeschickt bekommen. Sicher ist es spannend, dann zu lesen, was ich damals so gedacht, gefühlt und geplant habe.
Und was, wenn ich mal wirklich an meine Grenzen komme? Wenn ich nicht mehr weiter weiß? Wenn ich Unterstützung brauche? Können die Gaben des Heiligen Geistes mir dann weiterhelfen? Was ist gemeint mit Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke, Frömmigkeit und Gottesfurcht? Welchen Einfluss können sie auf mein Leben haben? Die Jugendlichen füllten kleine Flaschen mit Sand in unterschiedlichen Farben, die die Gaben des Heiligen Geistes symbolisierten. Je nach Sandmenge zeigten sie damit an welche Gabe besonders wichtig erscheint und welche weniger.
Mit einer Eucharistiefeier in der dunklen Kirche endete die Liturgische Nacht, in deren Mittelpunkt wieder eine Frage stand: Was nimmst du heute Abend mit?





