11. Juni 2017

Dankbar zurückschauen - mutig die Zukunft gestalten

"300 Jahre an einem Tag erleben" konnten die Besucher der Jubiläumsfeier der Stiftskirche St. Georg in Grauhof.

Von Marco Koch - 300 Jahre ist es her, dass die Grauhöfer Stiftskirche geweiht wurde. Damals befand sich dort ein Augustinerkonvent. Die Chorherren waren nach der Zerstörung des Stifts auf dem Georgenberg in das ehemalige Vorwerk gezogen. Die Klosterkirche war auch Pfarrkirche für die Katholiken der Umgebung. Wollte man den Gottesdienst mitfeiern, musste man sich also auf den Weg machen - meistens natürlich zu Fuß. Genau das tat auch eine kleine Pilgergruppe, die sich an den Stiftsruinen am Georgenberg unter der Leitung von Pastor Peter Gerloff traf. Rechtzeitig zur Non, mit der die Jubiläumsfeier begann, erreichten sie Grauhof.

Nach dem Stundengebet nutzten die Mitfeiernden die Möglichkeit, die verschiedenen Schätze der Kirche zu besichtigen. Besonders groß war das Interesse an der Treumann-Orgel, die heute wieder ähnlich klingt und aussieht, wie zur Zeit ihres Baus in den Jahren 1734 – 1737. Auch das "Heilige Grab" war von Restauratoren der Klosterkammer Hannover zum ersten Mal seit langer Zeit wieder aufgebaut worden und wird ein Jahr lang in der Kirche zu sehen sein. Das Tagesmuseum mit vielen alten Messgewändern und anderen Ausstattungsstücken der Kirche und des Klosters, sowie zwei Fotoausstellungen mit historischen Aufnahmen der Jahre 1945 – 1980 und modernen Fotos von Pastor Ulrich Schmalstieg luden ein, in die Geschichte des spirituellen Ortes einzutauchen. Im Skriptorium konnten die Kinder ihren Namen mit Feder und Tinte schreiben, einen Webrahmen ausprobieren und Korn mahlen. Auf diese Weise erfuhren sie, wie die Menschen vor 300 Jahren lebten. Begeistert waren die Mädchen und Jungen auch von den Pferden und Alpakas auf der Wiese.

Im Verlauf des Tages kamen etwa 350 Besucher nach Grauhof. Unter ihnen war auch Bischof Norbert Trelle, der es sich nicht nehmen ließ, schon vor der Festmesse einen Blick in die Kirche und auf das bunte Treiben zu werfen - und sich Kaffee und Kuchen im "Klostercafé" schmecken zu lassen. In seiner Predigt würdigte er die Stiftskirche und die Orgel, fragte aber auch: "Was wäre solch ein schönes Gotteshaus ohne die feiernde Gemeinde?" Zwar dürften wir dankbar zurückschauen, aber unsere Sendung sei es, in der Gegenwart die Zukunft mutig zu gestalten. Nur so könnten wir als Kirche den Weg aus der Enge in die Weite und aus der Verschlossenheit in die Freiheit gehen, um die Menschen unserer Zeit auf die Spur des Fragens nach Gott zu bringen.

Musikalisch gestaltet wurde die Festmesse von Werner Conradi an der Treutmann-Orgel und dem Musikprojekt der Katholischen Kirche Nordharz unter der Leitung von Daniel Spieker. Neben ehemaligen Pfarrern der Pfarrgemeinde feierten zum ersten Mal seit 200 Jahren auch wieder drei Augustiner-Chorherren einen Gottesdienst in "ihrer" Stiftskirche mit. Von der Klosterkammer Hannover, die die Stiftskirche St. Georg seit 199 Jahren betreut und unterstützt, nahm Kammerdirektor Andreas Hesse an der Feier teil.

Rechtzeitig zum Ende des Gottesdienstes hatte die Schladener Kolpingsfamilie den Grill angeheizt, sodass bei Würstchen noch so lange geklönt wurde, bis die ersten Regentropfen die Gäste wieder in die Kirche trieb, wo gemeinsam das Nachtgebet der Kirche, die Komplet, gebetet wurde. Ein herzliches Dankeschön sagte Pfarrer Dirk Jenssen den vielen Mitgliedern der Katholischen Kirche Nordharz, die sich an der Gestaltung der Jubiläumsfeier beteiligt haben. Ohne ihr Engagement wäre es nicht möglich gewesen, dieses besondere Jubiläum auf eine so schöne Weise zu begehen.

Fotos von der Jubiläumsfeier können Sie sich hier anschauen.


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