Das Ulmer Wunder
Von Pastor Ulrich Schmalstieg - Nicht allein der Umfang der Aufgabe, sondern vor allem das Zustandekommen durch Finanzierbarkeit legen das Sprechen von einem „Wunder“ nah“. Seit dem Jahr 2016, also etwa seit etwa 10 Jahren, hat neben den üblichen Erhaltungsmaßnahmen am Ulmer Münster ein gestalterischer „Endspurt“ begonnen. Am Südseitenschiff konnte 2018 das letzte provisorisch verglaste Nachkriegsfenster durch ein „Friedensfenster“ ersetzt werden. Seitdem läuft die Umsetzung eines anspruchsvollen Fensterkonzeptes für das die acht großen Fenster der Nordseite durch den Maler und Glasmaler Thomas Kuzio aus Sommersdorf.
Vor knapp zwanzig interessierten Zuhörern stellte der Künstlerseelsorger die einzelnen Schritte vom Aufmaß am Bauwerk über die Entwurfsebenen bis hin zur Verbleiung und Verkittung in der renommierten Paderborner Glaswerkstätte Peeters dar.
Die Besucher in Ulm werden Zeugen, wie diese Neugestaltung immer mehr den Ausgleich innerhalb der Lichtverhältnisse zwischen Nord- und Südseite mit den originalen gotischen Chorfenstern herbeiführt. Zwar weiß man, dass die Vollendung nicht mehr zur Jubiläumsfeier 650 Jahre Grundsteinlegung im kommenden Sommer gelingen kann. Aber mit einem Jahr Verspätung will man in 2028 fertig werden. Bei der Nennung der Kosten musste sich der Referent aus der Zuhörerschaft aber korrigieren lassen und den 30.000 - 40.000 € pro Fenster eine weitere Null anhängen. Das „Wunder“ besteht tatsächlich darin, dass diese Bürgerkirche bis heute durch die Förderung wohlhabender Familien unterhalten und ausgeschmückt wird. „Über Wasser gehen“ und „Menschenfischer“ lauten die Themen der letzten beiden Fenster mit biblischem Hintergrund.
Ein Künstlerinterview mit Thomas Kuzio können Sie hier lesen oder herunterladen: https://www.kuenstlerseelsorge-hildesheim.de/kuenstler/interviews-mit-kuenstlern/. Auf der Internetseite der Künstlerseelsorge sind auch Interviews mit weiteren Künstlern zu lesen.
Das Foto zeigt den Glasmaler Thomas Kuzio vor einem Teil des Fensters „Gnade“. Copyright: Thomas Kuzio/privat






