11. März 2022

Die Menschen in der Ukraine tun auch etwas für uns!

Kamil Chmiel organisiert Transporte von Sachspenden in die Ukraine. Das Pfarrheim St. Benno ist ein Ort, an dem die Spenden gesammelt werden.
Fotos: H. Reichl

Von Marco Koch - „Unsere Familie saß am Freitagabend mit Familie Dybka zusammen.“, erzählt Kamil Chmiel über den Beginn seiner Spendenaktion. „Wir waren geschockt über den Angriff auf die Ukraine. Dann bekamen wir aus Polen Informationen, wie die Lage dort ist. Schnell wurde uns klar: Da müssen wir helfen!“ Neben der Betroffenheit darüber, dass in Europa wieder Krieg geführt wird, gibt es für Kamil Chmiel auch einen persönlichen Grund für sein Engagement: Er bezeichnet seine Familie als Fußballer-Familie. Vor etwa drei Jahren fand hier in Goslar ein Fußball-Turnier statt, an dem auch eine Mannschaft aus der Ukraine teilgenommen hatte. Seitdem bestehen persönliche Kontakte dorthin.

Auf diesem Hintergrund entstand am 25. Februar ziemlich spontan eine Hilfsaktion für die Menschen in und aus der Ukraine. Dafür nutzte Kamil Chmiel sein Netzwerk, das über seine Firma MK Bauelemente, über den Fußball und über andere Kanäle entstanden ist. Nachdem er den Hilfsaufruf gleich am Freitagabend über WhatsApp, Facebook und Instagram gepostet hatte, stand das Telefon nicht mehr still. Bis Montag gab es mehr als 100 Rückmeldungen und Anfragen im Bezug auf die Spendenaktion, an der sich auch die St.-Benno-Gemeinde beteiligt. Das Pfarrheim wird neben anderen Stellen als Sammelpunkt für Spenden zur Verfügung gestellt.

„Wichtig ist, dass im Vorfeld geklärt ist, wohin die Sachspenden gehen. Bei uns klappt es gut, weil wir direkte Ansprechpartner in der Ukraine haben.“, sagt Kamil Chmiel im Gespräch. „Außerdem ist es hilfreich, wenn die Leute, die Dinge geben, die benötigt werden. Alles andere macht die Situation vor Ort komplizierter.“ Seine Hilfsaktion läuft so, dass die Spenden in Transportern in die neutrale Zone zwischen Polen und der Ukraine gebracht und umgeladen werden. Dann werden sie von ukrainischen Fahrern in ukrainischen Autos an den Bestimmungsort gebracht. Auf diese Weise konnten schon sieben Transporte direkt in die Ukraine organisiert werden. Weitere vier Transporte gingen nach Kluczbork, wo inzwischen mehr als 500 Geflüchtete untergekommen sind.

Nach wie vor werden Spenden benötigt. Bis kommenden Dienstag, 15. März, können in St. Benno noch Sachspenden abgegeben werden. Die Verwaltungsbeauftragte der Katholischen Kirche Nordharz, Heike Reichl, die ihr Büro im Pfarrheim hat, ist bereit, die Spenden anzunehmen. Besonders benötigt werden zurzeit Medikamente (u. a. Schmerzmittel), Verbandsmaterial (gern auch Autoverbandskästen), Schlafsäcke, Decken, kleine Kissen, Feldbetten, Taschenlampen mit Batterien, Körperpflege- und Hygieneartikel (besonders für Frauen), Schokoriegel, Müsliriegel, Kekse (für die Kinder). Ob und wie es danach weitergeht, entscheidet sich auch daran, wie die Situation in der Ukraine und der aus der Ukraine Geflüchteten sich weiterentwickelt.

Allen, die schon gespendet haben und die das noch tun, sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt. Aber – und darauf weist Kamil Chmiel am Ende des Gespräches hin – bei allem, was wir für die Menschen in der Ukraine tun, ist zu bedenken: „Die Menschen in der Ukraine tun auch etwas für uns!“


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Kamil Chmiel organisiert Transporte von Sachspenden in die Ukraine. Das Pfarrheim St. Benno ist ein Ort, an dem die Spenden gesammelt werden.
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Von Marco Koch - „Unsere Familie saß am Freitagabend mit Familie Dybka zusammen.“, erzählt Kamil Chmiel über den Beginn seiner Spendenaktion. „Wir waren geschockt über den Angriff auf die Ukraine. Dann bekamen wir aus Polen Informationen, wie die Lage dort ist. Schnell wurde uns klar: Da müssen wir helfen!“ Neben der Betroffenheit darüber, dass in Europa wieder Krieg geführt wird, gibt es für Kamil Chmiel auch einen persönlichen Grund für sein Engagement: Er bezeichnet seine Familie als Fußballer-Familie. Vor etwa drei Jahren fand hier in Goslar ein Fußball-Turnier statt, an dem auch eine Mannschaft aus der Ukraine teilgenommen hatte. Seitdem bestehen persönliche Kontakte dorthin.

Auf diesem Hintergrund entstand am 25. Februar ziemlich spontan eine Hilfsaktion für die Menschen in und aus der Ukraine. Dafür nutzte Kamil Chmiel sein Netzwerk, das über seine Firma MK Bauelemente, über den Fußball und über andere Kanäle entstanden ist. Nachdem er den Hilfsaufruf gleich am Freitagabend über WhatsApp, Facebook und Instagram gepostet hatte, stand das Telefon nicht mehr still. Bis Montag gab es mehr als 100 Rückmeldungen und Anfragen im Bezug auf die Spendenaktion, an der sich auch die St.-Benno-Gemeinde beteiligt. Das Pfarrheim wird neben anderen Stellen als Sammelpunkt für Spenden zur Verfügung gestellt.

„Wichtig ist, dass im Vorfeld geklärt ist, wohin die Sachspenden gehen. Bei uns klappt es gut, weil wir direkte Ansprechpartner in der Ukraine haben.“, sagt Kamil Chmiel im Gespräch. „Außerdem ist es hilfreich, wenn die Leute, die Dinge geben, die benötigt werden. Alles andere macht die Situation vor Ort komplizierter.“ Seine Hilfsaktion läuft so, dass die Spenden in Transportern in die neutrale Zone zwischen Polen und der Ukraine gebracht und umgeladen werden. Dann werden sie von ukrainischen Fahrern in ukrainischen Autos an den Bestimmungsort gebracht. Auf diese Weise konnten schon sieben Transporte direkt in die Ukraine organisiert werden. Weitere vier Transporte gingen nach Kluczbork, wo inzwischen mehr als 500 Geflüchtete untergekommen sind.

Nach wie vor werden Spenden benötigt. Bis kommenden Dienstag, 15. März, können in St. Benno noch Sachspenden abgegeben werden. Die Verwaltungsbeauftragte der Katholischen Kirche Nordharz, Heike Reichl, die ihr Büro im Pfarrheim hat, ist bereit, die Spenden anzunehmen. Besonders benötigt werden zurzeit Medikamente (u. a. Schmerzmittel), Verbandsmaterial (gern auch Autoverbandskästen), Schlafsäcke, Decken, kleine Kissen, Feldbetten, Taschenlampen mit Batterien, Körperpflege- und Hygieneartikel (besonders für Frauen), Schokoriegel, Müsliriegel, Kekse (für die Kinder). Ob und wie es danach weitergeht, entscheidet sich auch daran, wie die Situation in der Ukraine und der aus der Ukraine Geflüchteten sich weiterentwickelt.

Allen, die schon gespendet haben und die das noch tun, sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt. Aber – und darauf weist Kamil Chmiel am Ende des Gespräches hin – bei allem, was wir für die Menschen in der Ukraine tun, ist zu bedenken: „Die Menschen in der Ukraine tun auch etwas für uns!“


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