Die Menschen unkompliziert zusammenbringen
Nicht nur Melissa Pinnecke ist neu in der Katholischen Kirche Nordharz, sondern das gesamte Stellenprofil als Referentin für Sozialpastoral. Gemeinsam mit dem Bistum Hildesheim wurde die Stelle entwickelt und es wird spannend zu beobachten sein, welche konkreten Projekte und Aktionen sich daraus ergeben. Ebenso spannend ist es, die Frau, die diese Stelle ab heute innehat, kennenzulernen:
Wenn das Auto plötzlich nicht mehr weiterfuhr, wir irgendwo nicht weiterwussten oder ohne Internet den Weg nicht fanden, gab es immer jemanden, der geholfen hat. Jemand, der sich Zeit nahm, einen Weg suchte, uns mitnahm oder einfach dafür sorgte, dass es irgendwie weiterging.
Diese kleinen Begegnungen sind mir von meinen Reisen besonders in Erinnerung geblieben. Nicht unbedingt die Sehenswürdigkeiten oder die Orte, die ich gesehen habe, sondern die Menschen, die mir unterwegs begegnet sind. Ihre Offenheit, ihre Neugier und vor allem ihre Hilfsbereitschaft haben mich beeindruckt. Gerade unterwegs habe ich erlebt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen offen aufeinander zugehen und bereit sind, sich gegenseitig zu unterstützen.
Über vier Jahre reiste ich mit Rucksack oder Wohnmobil durch die Welt. Ich habe unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen kennengelernt, mich auf neue Situationen eingelassen und gelernt, dass man nicht immer wissen muss, wie es weitergeht. Manchmal reicht es, jemanden zu finden, der den nächsten Schritt gemeinsam mit einem geht.
Diese Haltung begleitet mich auch in meiner Arbeit. Nach meinem Studium der Sozialen Arbeit führte mich mein Weg zunächst nach Hamburg. Dort arbeitete ich in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe und in der Eingliederungshilfe. Besonders gerne habe ich Angebote gestaltet, die Menschen unkompliziert zusammenbringen, etwa Nachmittagsangebote für Kinder, Mutter-Kind-Frühstücke oder eine Sozialberatung, bei der jeder mit seinem Anliegen willkommen war.
In Neuseeland sammelte ich zudem Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern im Autismus-Spektrum. Zuletzt habe ich junge Menschen im Rahmen einer Reha-Ausbildung begleitet. Dabei ging es neben der Ausbildung auch um psychosoziale Unterstützung, persönliche Sorgen, Anträge und die vielen kleinen Herausforderungen auf dem Weg in ein selbstständiges Leben.
In meiner Freizeit bin ich am liebsten draußen in der Natur, gehe wandern, genieße die Ruhe oder bin kreativ und handwerklich aktiv. Meine Kamera ist meistens dabei, Videos und Fotografie gehören für mich zu meinen liebsten Möglichkeiten, besondere Momente festzuhalten.
Im Harz bin ich aufgewachsen und nun führt mich mein Weg wieder hierher zurück. Ich freue mich darauf, in Goslar sesshaft zu werden und als Mitarbeiterin in der Sozialpastoral im Nordharz zu arbeiten.
Sozialpastoral bedeutet für mich, dass Kirche den Menschen dort begegnet, wo sie leben und ihren Alltag gestalten. Sie geht auf Menschen zu, hört ihnen zu und nimmt wahr, was sie bewegt und was sie brauchen. Ich möchte den Nordharz kennenlernen, mit Menschen und Einrichtungen ins Gespräch kommen und gemeinsam schauen, wo etwas gebraucht wird, welche Ideen bereits da sind und was vielleicht Neues entstehen kann. Vielleicht braucht es dafür ein neues Angebot, einen Ort der Begegnung oder manchmal auch einfach ein gutes Gespräch.
Ich freue mich auf die neuen Begegnungen!
Melissa Pinnecke






