06. Juni 2022

Ein Kaiser auf der Suche

Herz und Geist hatte der ökumenischen Pfingstgottesdienst vor der Kaiserpfalz.

Von Marco Koch - Der fast endlosen Reihe von "Endlich-Wieder-Veranstaltungen" konnte am Pfingstmontag ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden: Endlich wieder einen ökumenischen Pfingstgottesdienst auf dem Domplatz feiern. Kein Wunder also, dass sowohl aktuelle als auch historische Prominenz anwesend war. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner sprach ein Grußwort und dann hatte er seinen großen Auftritt: Kaiser Heinrich III. - humorvoll-ernst dargestellt von Stefan Roblick - auf der Suche nach seinem Herzen, das er ja in Goslar verloren hat und von dem es heißt, dass es unter einer Grabplatte in der St.-Ulrich-Kapelle in der Kaiserpfalz ruhe; aber das nur am Rande. Auf der Suche kam er ins Gespräch mit einer Ärztin, einem Barden, einer Psychologin und einer Journalistin, die allesamt auf ihre Art zwar Herzspezialist:innen sind, dem Kaiser allerdings keine große Hilfe waren. Erst ein Junge hatte den entscheidenden Tipp: "Sein Herz verlieren heißt doch, dass man sich irgendwo sehr wohl fühlt! In einer Stadt, bei einem Menschen oder so. Wenn du vor vielen Jahren dein Herz hier in Goslar „verloren“ hast, dann hast du dich hier sehr wohl gefühlt. Hier bei den Menschen! Hier in deiner alten Umgebung! Schau dich doch um, heute zu Pfingsten sind wir alle da und du bist mitten unter uns."

Und so blieb der Kaiser und genoss das herrliche (Kaiser-)Wetter, die Musik der Goslarer Bläserinnen und Bläser unter der Leitung von Gerald de Vries, sang und betete gemeinsam mit den mehreren Hundert Mitfeiernden, hörte in der Lesung aus dem Buch Ezechiel, dass Gott den Menschen das Herz aus Stein aus der Brust nehmen, ein Herz aus Fleisch - weich und einfühlsam  - einpflanzen und einen neuen Geist schenken möchte. Da war es dann endlich, das Motto des Gottesdienstes: "Mit Herz und Geist".

In ihrer Predigt erinnerten der evangelische Propst Thomas Gunkel und der katholische Pfarrer Thomas Mogge daran, dass Pfingsten ein wichtiger Teil der Liebesgeschichte Gottes mit uns Menschen ist, dass Gott sein Herz offenbar an uns verschenkt hat, denn obwohl wir ihn so oft vergessen, kommt er immer wieder aufs Neue auf uns zu. Er möchte, dass unsere Herzen brennen - für jemanden oder für etwas. Und das geht am besten, "wenn Herz und Kopf sich einig sind, mein Fühlen, Wollen und Denken zusammenklingen", so Pfarrer Thomas Mogge. "Dann habe ich Energie. Dann kann daraus ein entschiedenes und kraftvolles Handeln werden. Das hat für mich ganz viel mit dem Fest zu tun, das wir heute feiern: Pfingsten. Dieses Fest vom Hl. Geist, der so schwer zu fassen ist. Aber seine Wirkung, die ist sichtbar, fühlbar, hörbar. Da geht es um Energie, um Gottes Kraft, darum Ängste zu überwinden und Mut zu machen, um das Zusammenbringen von Gefühl, Verstand, Wollen und Handeln, um das Zusammenbringen von Menschen, so unterschiedlich sie auch sein mögen. Da fallen Mauern ein, spielen Grenzen keine Rolle, steinerne Herzen werden wieder weich, Verhärtetes und Totes bricht auf und wird lebendig. Die Lebenskraft und Energie fließen wieder, um anzupacken, wo wir als Christinnen und Christen gebraucht werden, in der Welt, hier in Goslar und Umgebung, um Stimme zu sein für die, die sonst überhört werden. Mit Herz und Geist, Hand und Fuß. Wir gemeinsam – evangelisch, katholisch, orthodox… alle Menschen guten Willens, die sich im Herzen berühren lassen, die mitfühlen. Das wäre doch eine großartige Welt, oder?

Mit dem Pfingstgottesdienst endete "Pfingsten in Goslar 2022" - endlich wieder mit allem, was dazugehört. Es waren schöne Tage. Mehrere Hundert Menschen haben das ökumenische Miteinander genossen und sich an den unterschiedlichen Angeboten erfreut. Und so ist zu hoffen, dass im nächsten Jahr das "endlich" zu streichen ist und "Pfingsten in Goslar" wieder eine "Wieder-Veranstaltung" wird.


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Herz und Geist hatte der ökumenischen Pfingstgottesdienst vor der Kaiserpfalz.

Von Marco Koch - Der fast endlosen Reihe von "Endlich-Wieder-Veranstaltungen" konnte am Pfingstmontag ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden: Endlich wieder einen ökumenischen Pfingstgottesdienst auf dem Domplatz feiern. Kein Wunder also, dass sowohl aktuelle als auch historische Prominenz anwesend war. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner sprach ein Grußwort und dann hatte er seinen großen Auftritt: Kaiser Heinrich III. - humorvoll-ernst dargestellt von Stefan Roblick - auf der Suche nach seinem Herzen, das er ja in Goslar verloren hat und von dem es heißt, dass es unter einer Grabplatte in der St.-Ulrich-Kapelle in der Kaiserpfalz ruhe; aber das nur am Rande. Auf der Suche kam er ins Gespräch mit einer Ärztin, einem Barden, einer Psychologin und einer Journalistin, die allesamt auf ihre Art zwar Herzspezialist:innen sind, dem Kaiser allerdings keine große Hilfe waren. Erst ein Junge hatte den entscheidenden Tipp: "Sein Herz verlieren heißt doch, dass man sich irgendwo sehr wohl fühlt! In einer Stadt, bei einem Menschen oder so. Wenn du vor vielen Jahren dein Herz hier in Goslar „verloren“ hast, dann hast du dich hier sehr wohl gefühlt. Hier bei den Menschen! Hier in deiner alten Umgebung! Schau dich doch um, heute zu Pfingsten sind wir alle da und du bist mitten unter uns."

Und so blieb der Kaiser und genoss das herrliche (Kaiser-)Wetter, die Musik der Goslarer Bläserinnen und Bläser unter der Leitung von Gerald de Vries, sang und betete gemeinsam mit den mehreren Hundert Mitfeiernden, hörte in der Lesung aus dem Buch Ezechiel, dass Gott den Menschen das Herz aus Stein aus der Brust nehmen, ein Herz aus Fleisch - weich und einfühlsam  - einpflanzen und einen neuen Geist schenken möchte. Da war es dann endlich, das Motto des Gottesdienstes: "Mit Herz und Geist".

In ihrer Predigt erinnerten der evangelische Propst Thomas Gunkel und der katholische Pfarrer Thomas Mogge daran, dass Pfingsten ein wichtiger Teil der Liebesgeschichte Gottes mit uns Menschen ist, dass Gott sein Herz offenbar an uns verschenkt hat, denn obwohl wir ihn so oft vergessen, kommt er immer wieder aufs Neue auf uns zu. Er möchte, dass unsere Herzen brennen - für jemanden oder für etwas. Und das geht am besten, "wenn Herz und Kopf sich einig sind, mein Fühlen, Wollen und Denken zusammenklingen", so Pfarrer Thomas Mogge. "Dann habe ich Energie. Dann kann daraus ein entschiedenes und kraftvolles Handeln werden. Das hat für mich ganz viel mit dem Fest zu tun, das wir heute feiern: Pfingsten. Dieses Fest vom Hl. Geist, der so schwer zu fassen ist. Aber seine Wirkung, die ist sichtbar, fühlbar, hörbar. Da geht es um Energie, um Gottes Kraft, darum Ängste zu überwinden und Mut zu machen, um das Zusammenbringen von Gefühl, Verstand, Wollen und Handeln, um das Zusammenbringen von Menschen, so unterschiedlich sie auch sein mögen. Da fallen Mauern ein, spielen Grenzen keine Rolle, steinerne Herzen werden wieder weich, Verhärtetes und Totes bricht auf und wird lebendig. Die Lebenskraft und Energie fließen wieder, um anzupacken, wo wir als Christinnen und Christen gebraucht werden, in der Welt, hier in Goslar und Umgebung, um Stimme zu sein für die, die sonst überhört werden. Mit Herz und Geist, Hand und Fuß. Wir gemeinsam – evangelisch, katholisch, orthodox… alle Menschen guten Willens, die sich im Herzen berühren lassen, die mitfühlen. Das wäre doch eine großartige Welt, oder?

Mit dem Pfingstgottesdienst endete "Pfingsten in Goslar 2022" - endlich wieder mit allem, was dazugehört. Es waren schöne Tage. Mehrere Hundert Menschen haben das ökumenische Miteinander genossen und sich an den unterschiedlichen Angeboten erfreut. Und so ist zu hoffen, dass im nächsten Jahr das "endlich" zu streichen ist und "Pfingsten in Goslar" wieder eine "Wieder-Veranstaltung" wird.


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