03. Oktober 2020

Franziskus und die Tiere

Wie uns das Staunen über die Schöpfung verändern kann, darüber macht sich Pfarrer Dirk Jenssen in seinem Wort zum Sonntag Gedanken
Von Pfarrer Dirk Jenssen - Wenn es einen Heiligen gibt, dem sich heute viele verbunden fühlen, ist das sicher der heilige Franz von Assisi. In ihm werden Konfessionen überschritten und neue Welten eröffnen sich. Sogar Papst Franziskus hat mit seiner Namenswahl etwas angestoßen, was viele Menschen begeistert: Einmal der Blick auf die Armen und seine Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung. Alle Menschen, die sich der zerbrechlichen Erde bewusster werden, können über Franziskus tiefer verstehen, wie alles zusammenhängt, wie wir alle eine Schöpfung sind. Woher kommt das? Es ist der Blick des heiligen Francesco auf seine Umwelt, der sogar im kleinsten Regenwurm sah, dass der Schöpfer dahintersteht. Für Franziskus war nicht er selbst der Mittelpunkt des Universums, sondern alle sind Brüder und Schwestern. Nicht nur im Menschen entdeckt er das Mitgeschöpf, sondern in jedem Tier. Als er eines Tages mit seinen Gefährten in die Gegend von Cannaco und Bagvagna zog, sah er plötzlich eine große Menge Vögel auf einem Baum sitzen. Er staunte darüber und sagte zu seinen Gefährten: „Wartet hier auf der Straße, bis ich zurückkomme, ich will hingehen und meinen Brüdern den Vögeln predigen“. Sogleich ging er zu den Vögeln. Die Vögel verhielten sich ganz ruhig, bis er ihnen gepredigt hatte, dann segnete er sie und sie flogen davon. Es gibt viele andere Geschichten, die von ihm und den Vögeln handeln, ob mit einem Fasan, einer Schwalbe oder einem Falken. Einmal macht er einen Wettgesang mit einer Nachtigall. Ein andermal spricht er mit einer Baumgrille. Die bekannteste Tiergeschichte handelt davon, wie er dem gefährlichen Wolf von Gubbio begegnet, der damals viele Menschen in Schrecken versetzte. Er begegnet dem Wolf, wirkt auf ihn ein und schließt einen Pakt, der den Wolf und die Menschen miteinander in Frieden leben lässt. Das Staunen ist etwas, dass in uns gelegt ist. Es macht uns zu Menschen, die tiefer verstehen. Diese Fähigkeit ist vielfach verdrängt und verkümmert unter uns geschäftigen Menschen. Ich bin den Tieren dankbar, dass sie mich innehalten lassen, um die Geheimnisse dieser Welt zu bestaunen und tiefer zu verstehen. Durch sie kommt für mich die Schöpfung näher und der Schöpfer wird für mich eine Wirklichkeit, ohne die ich nicht mehr leben möchte. Zu guter Letzt möchte ich alle am Sonntag um 15 Uhr nach St. Benno, in Jürgenohl einladen, um ihr Mitgeschöpf, ihr Haustier, segnen zu lassen. Ihr Pfarrer Dirk Jenssen, Katholische Kirche Nordharz

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Von Pfarrer Dirk Jenssen - Wenn es einen Heiligen gibt, dem sich heute viele verbunden fühlen, ist das sicher der heilige Franz von Assisi. In ihm werden Konfessionen überschritten und neue Welten eröffnen sich. Sogar Papst Franziskus hat mit seiner Namenswahl etwas angestoßen, was viele Menschen begeistert: Einmal der Blick auf die Armen und seine Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung. Alle Menschen, die sich der zerbrechlichen Erde bewusster werden, können über Franziskus tiefer verstehen, wie alles zusammenhängt, wie wir alle eine Schöpfung sind. Woher kommt das? Es ist der Blick des heiligen Francesco auf seine Umwelt, der sogar im kleinsten Regenwurm sah, dass der Schöpfer dahintersteht. Für Franziskus war nicht er selbst der Mittelpunkt des Universums, sondern alle sind Brüder und Schwestern. Nicht nur im Menschen entdeckt er das Mitgeschöpf, sondern in jedem Tier. Als er eines Tages mit seinen Gefährten in die Gegend von Cannaco und Bagvagna zog, sah er plötzlich eine große Menge Vögel auf einem Baum sitzen. Er staunte darüber und sagte zu seinen Gefährten: „Wartet hier auf der Straße, bis ich zurückkomme, ich will hingehen und meinen Brüdern den Vögeln predigen“. Sogleich ging er zu den Vögeln. Die Vögel verhielten sich ganz ruhig, bis er ihnen gepredigt hatte, dann segnete er sie und sie flogen davon. Es gibt viele andere Geschichten, die von ihm und den Vögeln handeln, ob mit einem Fasan, einer Schwalbe oder einem Falken. Einmal macht er einen Wettgesang mit einer Nachtigall. Ein andermal spricht er mit einer Baumgrille. Die bekannteste Tiergeschichte handelt davon, wie er dem gefährlichen Wolf von Gubbio begegnet, der damals viele Menschen in Schrecken versetzte. Er begegnet dem Wolf, wirkt auf ihn ein und schließt einen Pakt, der den Wolf und die Menschen miteinander in Frieden leben lässt. Das Staunen ist etwas, dass in uns gelegt ist. Es macht uns zu Menschen, die tiefer verstehen. Diese Fähigkeit ist vielfach verdrängt und verkümmert unter uns geschäftigen Menschen. Ich bin den Tieren dankbar, dass sie mich innehalten lassen, um die Geheimnisse dieser Welt zu bestaunen und tiefer zu verstehen. Durch sie kommt für mich die Schöpfung näher und der Schöpfer wird für mich eine Wirklichkeit, ohne die ich nicht mehr leben möchte. Zu guter Letzt möchte ich alle am Sonntag um 15 Uhr nach St. Benno, in Jürgenohl einladen, um ihr Mitgeschöpf, ihr Haustier, segnen zu lassen. Ihr Pfarrer Dirk Jenssen, Katholische Kirche Nordharz

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