17. April 2021

Geduld ist selten in diesen Tagen

In seinem Wort zum Sonntag beschäftigt sich Gemeindereferent Marco Koch mit Geduld und kleinen Zeichen der Hoffnung.
"Herr, schenk mir Geduld ... aber bitte ein bisschen plötzlich." Auch wenn dieser Spruch humorvoll gemeint ist, kommt es mir so vor, als hätte er bei genauerem Hinsehen einen ernsten Hintergrund. Mein Eindruck ist, dass Geduld selten geworden ist in diesen Tagen - egal ob mit anderen Menschen, mit mir selbst oder mit Gott. Alles soll möglichst in Echtzeit geschehen. Nachrichten werden minutenaktuell auf dem Smartphone empfangen, bei WhatsApp wird geschaut, ob der Empfänger der Nachricht auch online ist, und meinen Impftermin muss ich natürlich auch sofort bekommen. Geduld ist eben selten geworden in diesen Tagen, obwohl wir sie gerade jetzt notwendig brauchen. Inzwischen ist es zwei Wochen her, dass wir Ostern gefeiert haben. Oder besser gesagt: Seit zwei Wochen feiern wir Ostern. Die Osterzeit dauert sogar noch bis Pfingsten. Wenn man bedenkt, was uns dieses Fest zumutet, dann ist das auch ganz gut so. Selbst die Freundinnen und Freunde Jesu brauchten damals Zeit, damit die Botschaft der Auferstehung bei ihnen ankommen konnte. Ostern geschah nicht plötzlich, sondern ganz allmählich und zunächst in kleinen Zeichen, die nicht überforderten. Ein solches kleines Zeichen beschreibt der Evangelist Lukas so: Petrus eilt zum Grab, nachdem die Frauen ihm erzählt haben, dass es leer ist. Dort findet er die Leinenbinden, mit denen der Leichnam Jesu umwickelt war. Sie sind zwecklos geworden, aber nicht nutzlos. Denn für Petrus werden sie zum Hoffnungszeichen. Dieses und andere kleine Hoffnungszeichen verdichteten sich erst mit der Zeit zur tragfähigen Hoffnung, dass doch etwas an dem sein könnte, was die Frauen erzählt hatten. Auch sie hatten den Auferstandenen ja nicht gesehen, sondern nur den weggerollten Stein und das leere Grab. Die erste Begegnung mit dem auferstandenen Jesus hatten die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Doch sie erkannten ihn auch erst am Zeichen des Brotbrechens - aber das ist eine andere Geschichte. Wenn man es genau nimmt, dann tut der Evangelist Lukas genau das, wozu uns heute "Glücksforscher" raten: Überfordert euch nicht mit einer ständigen Informationsflut. Schaut auf die kleinen Hoffnungszeichen und seid dankbar für das, was ihr habt. Verbindet euch mit anderen Menschen und tauscht euch mit ihnen aus. Vielleicht kann die Osterzeit für uns so zu einer Zeit der Hoffnung und des Leben werden. Dazu schenke der Herr uns die nötige Geduld. Wenn Ihnen die Gedanken in diesem "Wort zum Sonntag" bekannt vorkommen, dann freut mich das sehr. Das bedeutet, dass Sie auch den Ostergruß hier auf unserer Internetseite gelesen haben. Marco Koch Bild: Peter Weidemann | pfarrbriefservice.de

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In seinem Wort zum Sonntag beschäftigt sich Gemeindereferent Marco Koch mit Geduld und kleinen Zeichen der Hoffnung.
"Herr, schenk mir Geduld ... aber bitte ein bisschen plötzlich." Auch wenn dieser Spruch humorvoll gemeint ist, kommt es mir so vor, als hätte er bei genauerem Hinsehen einen ernsten Hintergrund. Mein Eindruck ist, dass Geduld selten geworden ist in diesen Tagen - egal ob mit anderen Menschen, mit mir selbst oder mit Gott. Alles soll möglichst in Echtzeit geschehen. Nachrichten werden minutenaktuell auf dem Smartphone empfangen, bei WhatsApp wird geschaut, ob der Empfänger der Nachricht auch online ist, und meinen Impftermin muss ich natürlich auch sofort bekommen. Geduld ist eben selten geworden in diesen Tagen, obwohl wir sie gerade jetzt notwendig brauchen. Inzwischen ist es zwei Wochen her, dass wir Ostern gefeiert haben. Oder besser gesagt: Seit zwei Wochen feiern wir Ostern. Die Osterzeit dauert sogar noch bis Pfingsten. Wenn man bedenkt, was uns dieses Fest zumutet, dann ist das auch ganz gut so. Selbst die Freundinnen und Freunde Jesu brauchten damals Zeit, damit die Botschaft der Auferstehung bei ihnen ankommen konnte. Ostern geschah nicht plötzlich, sondern ganz allmählich und zunächst in kleinen Zeichen, die nicht überforderten. Ein solches kleines Zeichen beschreibt der Evangelist Lukas so: Petrus eilt zum Grab, nachdem die Frauen ihm erzählt haben, dass es leer ist. Dort findet er die Leinenbinden, mit denen der Leichnam Jesu umwickelt war. Sie sind zwecklos geworden, aber nicht nutzlos. Denn für Petrus werden sie zum Hoffnungszeichen. Dieses und andere kleine Hoffnungszeichen verdichteten sich erst mit der Zeit zur tragfähigen Hoffnung, dass doch etwas an dem sein könnte, was die Frauen erzählt hatten. Auch sie hatten den Auferstandenen ja nicht gesehen, sondern nur den weggerollten Stein und das leere Grab. Die erste Begegnung mit dem auferstandenen Jesus hatten die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Doch sie erkannten ihn auch erst am Zeichen des Brotbrechens - aber das ist eine andere Geschichte. Wenn man es genau nimmt, dann tut der Evangelist Lukas genau das, wozu uns heute "Glücksforscher" raten: Überfordert euch nicht mit einer ständigen Informationsflut. Schaut auf die kleinen Hoffnungszeichen und seid dankbar für das, was ihr habt. Verbindet euch mit anderen Menschen und tauscht euch mit ihnen aus. Vielleicht kann die Osterzeit für uns so zu einer Zeit der Hoffnung und des Leben werden. Dazu schenke der Herr uns die nötige Geduld. Wenn Ihnen die Gedanken in diesem "Wort zum Sonntag" bekannt vorkommen, dann freut mich das sehr. Das bedeutet, dass Sie auch den Ostergruß hier auf unserer Internetseite gelesen haben. Marco Koch Bild: Peter Weidemann | pfarrbriefservice.de

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