In einem Boot
Von Marco Koch - Beim Start in die gemeinsamen Tage war zwar kein Boot erforderlich, aber das Wetter war so, dass der ursprüngliche Plan von Grauhof nach Vienenburg zu wandern ins Wasser fiel. Dafür wurde es dann eine Wanderung durch das eigene Leben: Eine Fantasiereise führte die Jugendlichen zurück an wichtige Stationen ihres Lebens. Die Erinnerungen gestalteten sie anschließend auf ganz persönliche Weise. Am Beispiel der beiden Jünger, die in ihr Heimatdort Emmaus gehen und unterwegs - ohne ihn zu erkennen - Jesus begegnen, schauten die Firmlinge ihre Lebenswege noch einmal an - um dann zu entdecken, dass sie bereits ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ohne dass sie es bemerkt, begleitete Jesus sie - erstaunlicherweise besonders in schweren Phasen des Lebens.
Auch in den zweiten Tag wurde mit einer Enttäuschung gestartet: Statt in den Kletterwald ging es nach Goslar, um dort "Scottland Yard" zu spielen. Mr. und Mrs. X waren in der Stadt unterwegs und mussten von den Jugendlichen gefunden werden. Gewinner waren die Jugendlichen und so fiel es nicht schwer, den Zusammenhang zu einem Satz herzustellen, den Gott dem Propheten Jeremia mitgegeben hat: "Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen. Das sage ich, der Herr."
Der Nachmittag stand ganz im Zeichen verschiedener Herausforderungen, die die Jugendlichen zu meistern hatten: einen Schatz aus einem "vergifteten" See zu bergen ohne das Wasser zu berühren, einen Ball auf Schnüren durch Hindernisse zu transportieren und sich zu entscheiden, welche Gegenstände auf einer Liste von 15 möglichen Dingen wohl am notwendigsten sein können, wenn man Schiffbruch erleidet. Hätten Sie geahnt, dass ein Taschenspiegel hilfreicher ist, als eine Landkarte, weil man damit Lichtsignale senden kann? Nachdem die Herausforderungen mehr oder weniger erfolgreich absolviert waren, bekamen die Jugenlichen die Möglichkeit, ihren Einsatz in der Gruppe anhand verschiedener Eigenschaftsvorgaben einzuschätzen.
Mit einer ähnlichen Auflistung ging es in den dritten Tag, nur sollten jetzt die anderen Gruppenmitglieder ihre - wohlwollende - Einschätzung abgeben. Zum Vergleich der Selbst- und der Fremdwahrnehmung kam es im nächsten Schritt, der bei manchen zu Verwunderung führte: "Ich hätte nicht gedacht, dass die anderen mich so gut einschätzen." Nachdem sie das Gleichnis vom anvertrauten Geld, wie es in der "Guten Nachricht" heißt, gelesen hatten, stellten sich die Jugendlichen der Frage: "Was mache ich mit meinen Talenten"? Als Antwort gab es viele gute Ideen, angefangen von beruflichen Perspektiven bis hin zum Einsatz für Menschen in Not.
Höhepunkt der gemeinsamen Tage war der Besuch bei der freiwilligen Feuerwehr in Vienenburg. Hier wurde das Engagement für andere sehr greifbar und praktisch: Die Jugendlichen hörten sich etwas über das Miteinander in der Feuerwehr an, hatten die Möglichkeit - teilweise auf Zeit - einmal die volle Ausrüstung anzuziehen, konnten Schläuche ausrollen und ausprobieren, mit dem Wasserstrahl ein Ziel zu treffen, und mit Spreizer und Schere einen Apfel hin- und hertransportieren. Bei all diesen Herausforderungen wurde deutlich: Allein geht das nicht. Der ganze Trupp sitzt in einem Boot. Und dort landeten die Firmlinge auch zu guter Letzt: im Boot der Vienenburger Feuerwehr, das für Einsätze auf dem Vienenburger See benötigt wird. Weil das Wetter an diesem Tag noch richtig schön war, gab es im Anschluss noch ein Eis und der Abschluss fand am Lagerfeuer statt - Marshmellows inbegriffen.
Die gemeinsame Zeit klang dann am Sonntag mit der Gestaltung des Gottesdienstes aus, in dem die Jugendlichen von ihren Erfahrungen und Erlebnissen erzählten. Bereits am 29. Mai geht es für die Jugendlichen dann weiter mit einer Liturgischen Nacht. Auch das wird sicher wieder ein atmosphärisch dichter Abend.






