19. April 2019

Karfreitag - Auf der Suche nach der Wahrheit

Der Karfreitag ist einer der emotionalsten christlichen Feiertage.
Am heutigen Karfreitag hören wir die Leidensgeschichte nach Johannes. Im Verlauf der Verhandlung vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus sagt Jesus: "Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme." Daraufhin stellt ihm Pilatus die Frage: "Was ist Wahrheit?" Die Antwort scheint Pilatus nicht zu interessieren, denn nachdem er das gefragt hatte, geht er wieder hinaus. Aber wie ist das nun? Gibt es eine allgemeingültige Wahrheit? Ja und nein: Die Sicht auf Ereignisse, Personen und Dinge ist immer subjektiv. Ich sehe es anders als Sie. Das Ereignis selbst, die Person oder das Ding hingegen ist objektiv. Darum ist Jesus selbst die Wahrheit, aber nicht meine Wahrnehmung von ihm. Mein Bild, meine Vorstellung, mein Glauben ist viel zu klein, um ihn ganz zu verstehen. Aber im persönlichen Suchen und im Austausch mit anderen, kann ich immer mehr von ihm erkennen und so der Wahrheit näher kommen.

Die Bedeutung der Bezeichnung "Karfreitag"

Die Bezeichnung Karfreitag wird abgeleitet von dem althochdeutschen Begriff "kara", was so viel wie Trauer oder Klage bedeutet. Der Karfreitag gilt als sogenannter "stiller" Feiertag, einem Tag des Fastens, der Besinnung und der Stille. Im Gottesdienst schweigen Orgel und Glocken. Öffentliche Großveranstaltungen dürfen nicht stattfinden. In der katholischen Kirche ist der Karfreitag ein strenger Fast- und Abstinenztag. Generell sind Gläubige über 14 Jahren aufgerufen, auf Fleisch zu verzichten, Katholiken im Alter von 18 bis 60 sogar nur eine sättigende Mahlzeit zu sich zu nehmen.

Das Zeugnis der Evangelien

Alle vier Evangelien - Matthäus, Markus, Lukas, Johannes - berichten sehr ausführlich und sehr präzise über die Verurteilung und die Kreuzigung. Es lässt sich also ziemlich genau nachvollziehen, was damals mit Jesus geschehen ist. Übereinstimmend berichten alle vier Evangelisten, dass Jesus an einem Freitag gestorben ist, deswegen auch "Karfreitag". Markus nennt als Datum den 15. Tag des jüdischen Monats Nisan; Johannes datiert das Geschehen auf den 14. Tag. Auch das Jahr lässt sich nicht genau bestimmen. Es wird davon ausgegangen, dass es in den Jahren 30 bis 33 gewesen ist. Seine Anhänger müssen miterleben, wie Jesus verurteilt und gefoltert wird - und dann elend den Verbrechertod am Kreuz stirbt. Auch sie erkennen erst nach der Auferstehung, welch tiefer Sinn in diesem Tod am Kreuz liegt: Jesus Christus litt nicht nur an der Welt, die ihn und seine Botschaft nicht verstehen und annehmen wollte, und durch die Welt, die ihn folterte und tötete, sondern auch und gerade für die Welt, in die er von Gott gesandt war, um sie zu erlösen.

Die Liturgie

Der Hauptgottesdienst des Karfreitags ist die Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu, die aus drei Teilen besteht:
  • Wortgottesdienst mit dem Vortrag der Passion und den Großen Fürbitten (römische Tradition)
  • Erhebung und Verehrung des Heiligen Kreuzes (aus Jerusalem übernommen)
  • Kommunionfeier (nach altem Brauch Konstantinopels, seit dem 7. Jahrhundert in Rom bekannt).
Der Gottesdienst beginnt in der Regel zur überlieferten Todesstunde Jesu um 15.00 Uhr. Zusammengestellt von Marco Koch

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Karfreitag - Auf der Suche nach der Wahrheit

Der Karfreitag ist einer der emotionalsten christlichen Feiertage.
Am heutigen Karfreitag hören wir die Leidensgeschichte nach Johannes. Im Verlauf der Verhandlung vor dem römischen Statthalter Pontius Pilatus sagt Jesus: "Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme." Daraufhin stellt ihm Pilatus die Frage: "Was ist Wahrheit?" Die Antwort scheint Pilatus nicht zu interessieren, denn nachdem er das gefragt hatte, geht er wieder hinaus. Aber wie ist das nun? Gibt es eine allgemeingültige Wahrheit? Ja und nein: Die Sicht auf Ereignisse, Personen und Dinge ist immer subjektiv. Ich sehe es anders als Sie. Das Ereignis selbst, die Person oder das Ding hingegen ist objektiv. Darum ist Jesus selbst die Wahrheit, aber nicht meine Wahrnehmung von ihm. Mein Bild, meine Vorstellung, mein Glauben ist viel zu klein, um ihn ganz zu verstehen. Aber im persönlichen Suchen und im Austausch mit anderen, kann ich immer mehr von ihm erkennen und so der Wahrheit näher kommen.

Die Bedeutung der Bezeichnung "Karfreitag"

Die Bezeichnung Karfreitag wird abgeleitet von dem althochdeutschen Begriff "kara", was so viel wie Trauer oder Klage bedeutet. Der Karfreitag gilt als sogenannter "stiller" Feiertag, einem Tag des Fastens, der Besinnung und der Stille. Im Gottesdienst schweigen Orgel und Glocken. Öffentliche Großveranstaltungen dürfen nicht stattfinden. In der katholischen Kirche ist der Karfreitag ein strenger Fast- und Abstinenztag. Generell sind Gläubige über 14 Jahren aufgerufen, auf Fleisch zu verzichten, Katholiken im Alter von 18 bis 60 sogar nur eine sättigende Mahlzeit zu sich zu nehmen.

Das Zeugnis der Evangelien

Alle vier Evangelien - Matthäus, Markus, Lukas, Johannes - berichten sehr ausführlich und sehr präzise über die Verurteilung und die Kreuzigung. Es lässt sich also ziemlich genau nachvollziehen, was damals mit Jesus geschehen ist. Übereinstimmend berichten alle vier Evangelisten, dass Jesus an einem Freitag gestorben ist, deswegen auch "Karfreitag". Markus nennt als Datum den 15. Tag des jüdischen Monats Nisan; Johannes datiert das Geschehen auf den 14. Tag. Auch das Jahr lässt sich nicht genau bestimmen. Es wird davon ausgegangen, dass es in den Jahren 30 bis 33 gewesen ist. Seine Anhänger müssen miterleben, wie Jesus verurteilt und gefoltert wird - und dann elend den Verbrechertod am Kreuz stirbt. Auch sie erkennen erst nach der Auferstehung, welch tiefer Sinn in diesem Tod am Kreuz liegt: Jesus Christus litt nicht nur an der Welt, die ihn und seine Botschaft nicht verstehen und annehmen wollte, und durch die Welt, die ihn folterte und tötete, sondern auch und gerade für die Welt, in die er von Gott gesandt war, um sie zu erlösen.

Die Liturgie

Der Hauptgottesdienst des Karfreitags ist die Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu, die aus drei Teilen besteht:
  • Wortgottesdienst mit dem Vortrag der Passion und den Großen Fürbitten (römische Tradition)
  • Erhebung und Verehrung des Heiligen Kreuzes (aus Jerusalem übernommen)
  • Kommunionfeier (nach altem Brauch Konstantinopels, seit dem 7. Jahrhundert in Rom bekannt).
Der Gottesdienst beginnt in der Regel zur überlieferten Todesstunde Jesu um 15.00 Uhr. Zusammengestellt von Marco Koch

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