07. September 2018

Kirchenneubauten können Impulse für das Gemeindeleben geben

Pastor Ulrich Schmalstieg und Dr. Walter Zahner stellten bei ihrem Vortragsabend im St. Jakobushaus neue GOTTEShäuser auf den Prüfstand.

Von Max Ostermann und André Kreye - Am Donnerstagabend, den 6. September durften wir die Referenten Pastor Ulrich Schmalstieg, Künstlerseelsorger des Bistums Hildesheim und Dr. Walter Zahner, stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum Regensburg und Vorsitzender der DG Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V. München bei uns in der Akademie St. Jakobushaus zum Akademie aktuell Abend "Auf dem Prüfstand: neue GOTTEShäuser" begrüßen.

Unter der Moderation von André Kreye befassten sie sich mit der Frage, wie Kirchenräume für die Gegenwart und Zukunft gestaltet sein sollten, und fand statt anlässlich der Fotoausstellung "Kunst|Raum|Kirche|2018" im Forum im Kreishaus Goslar. Dort werden großformatige Foto-Arbeiten (50x70cm) von Pastor Schmalstieg zu zwölf Kirch-Neubauten und ihrer Ausgestaltung seit 2000 gezeigt.

Zusammen zeigten Pastor Schmalstieg und Dr. Zahner, wie innovativ und architektonisch ansprechend neue Kirchen sein können. Anhand von drei Beispielen aus Freiburg, Regensburg und Leipzig gaben sie den Zuhörern einen Einblick in die Entstehungsprozesse von neuen Gotteshäusern und verdeutlichten, was für einen großen Einfluss die teils durch Zuzug von jungen Familien stark wachsenden Gemeinde im Bau hatten.

Den gezeigten Neubauten war gemein, dass sie gemeindezentriert angelegt sind: Die Gemeinde bringt die Farbe in die Kirche. Dementsprechend schlicht sind die Kircheninnenräume gehalten, einzige Ausnahmen bilden dabei der Altar, das Kreuz und das Tabernakel, welche künstlerisch gestaltet werden.

Interessant waren insbesondere die Details zum Wettbewerb um die Gestaltung des Altarraums mit Altar, Ambo, Bestuhlung und Tabernakel der St. Trinitatis-Kirche in Leipzig. Dr. Zahner als Vorsitzender der Jury konnte Hintergründe beleuchten, die zeigten, dass ein juriertes Kunstwerk häufig im Nachhinein noch Änderungen erfährt - in Leipzig waren sie so gravierend, dass es in der Gemeinde Missstimmung über die Ausgestaltung gab, die bis heute anhält.

Während also nachträgliche Änderungen an den von den Jurys gekürten Entwürfen aus Kosten-, rechtlichen oder sonstigen Gründen an der Tagesordnung seien, habe sich das Prinzip einer Juryauswahl bei Neubauten, bestehend aus Architekten und Gemeindemitgliedern, insgesamt bewährt. Man versuche, soweit möglich, Einstimmigkeit oder zumindest klare Mehrheiten herbeizuführen, um die breite Akzeptanz des Neubaus in der Gemeinde zu gewährleisten, führte Dr. Zahner in der anschließenden Diskussion aus.

Der Abend führte plastisch vor Augen, wie Kirchenneubauten auch neue Impulse für das Gemeindeleben geben können, und stand in positivem Kontrast zu all den Berichten um Kirchenschließungen und -entwidmungen, die aufgrund des Rückgangs der Gemeindemitgliederzahlen in vielen Teilen Deutschlands anstehen oder schon durchgeführt wurden. "Kirchenschließungen sind in Süddeutschland offiziell kein Thema", so Dr. Zahner. Es bleibt zu hoffen, dass die Neubauten dazu beitragen.

Foto: Max Ostermann


Katholische Kirche Nordharz bei YouTube

Präventionsschulung

Advent - Weihnachten

Stadt - Land - Gott

Facebook