27. Oktober 2021

KulTourZeit am Mittwoch erfolgreich gestartet

Mit langanhaltendem Applaus für einen fesselnden Vortrag bedankten sich gut vierzig Zuhörer in der Liebenburger Schlosskirche. Joseph Gregor Winck, der aus Mannheim nach Hildesheim geholte "Meister der Perspektive", konnte mit seiner Kunst der Secco- und Freskomalerei erneut staunende Blicke in den geöffneten Himmel des Hl. Clemens hinaufziehen.
Von Pastor U. Schmalstieg - Der Hildesheimer Kunsthistoriker Dr. Christian Scholl widmete sich vorrangig der thematisch gestalteten Ausmalung des 250 Jahr alten Kirchenraumes. Dabei erwies es sich als Glücksfall, dass seine mit projizierten Detailfotos unterstützten Ausführungen in eben diesem Raum stattfanden. So konnten die Thesen durch die Zuhörer direkt am Original nachvollzogen werden. Der in Deggendorf geborene Maler war durch das Hildesheimer Domkapitel aus Mannheim nach Hildesheim geholt worden, um dort den Rittersaal auszuschmücken. Danach ging es nach Liebenburg. Den Hochaltar mit Ausnahme des vollplastischen Altartisches gestaltete er in illusionistischer Malweise auf einer konvexen Wandfläche. Dabei ließ er das in einem realen strukturierten goldenen Rahmen abgegrenzte Altarbild der Kirchenpatronin Maria gekonnt mit der illusionären Altararchitektur verschmelzen. Das großflächige Deckengemälde erschloss Dr. Scholl anhand der zugrunde liegenden Legenda Aurea des Jacobus de Voragine. Das Heiligenleben des Papstes Clemens, eines der ersten Nachfolger des Apostels Petrus und Namenspatron des Schlosserbauers Clemens August, entwickelt sich nach dem Auftakt über dem Altar zunächst an den beiden Längsseiten, führt zum Martyrium durch Ertränken über der Orgel, um dann noch einmal zurückzuschwingen in die Mitte der Nordseite, wo eine Mutter ihr ertrunken geglaubte Kind wiederfindet. Das zentrale Deckenmotiv bildet mit der Aufnahme des Clemens in die Himmelssphäre des dreifaltigen Gottes den erzählerischen Höhepunkt. Die plastischen Werke der Seitenaltäre und die Rahmung des Deckenbildes gehen auf den Bildhauer Mohr zurück. Spätere Kirchengestaltungen Wincks in Kooperation mit dem Bildhauer wurden im Umfeld Hildesheims in einigen Dorfkirchen geschaffen. Scholl würdigte das meisterhafte Werk des J. G. Winck zugleich durch querverweise nach San Clemente und San Ignacio in Rom. Das Veranstaltungsteam des Vor-Ort-Teams zusammen mit dem Künstlerseelsorger U. Schmalstieg dem Ehepaar Gerd und Martina Winner bedankte sich für das ermutigend große Interesse und lud gleichzeitig zum nächsten Kulturabend ein. Am 3. November wird ein einfühlsamer Film über die Kölner Architektenfamilie der Böhms zu sehen sein.

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Von Pastor U. Schmalstieg - Der Hildesheimer Kunsthistoriker Dr. Christian Scholl widmete sich vorrangig der thematisch gestalteten Ausmalung des 250 Jahr alten Kirchenraumes. Dabei erwies es sich als Glücksfall, dass seine mit projizierten Detailfotos unterstützten Ausführungen in eben diesem Raum stattfanden. So konnten die Thesen durch die Zuhörer direkt am Original nachvollzogen werden. Der in Deggendorf geborene Maler war durch das Hildesheimer Domkapitel aus Mannheim nach Hildesheim geholt worden, um dort den Rittersaal auszuschmücken. Danach ging es nach Liebenburg. Den Hochaltar mit Ausnahme des vollplastischen Altartisches gestaltete er in illusionistischer Malweise auf einer konvexen Wandfläche. Dabei ließ er das in einem realen strukturierten goldenen Rahmen abgegrenzte Altarbild der Kirchenpatronin Maria gekonnt mit der illusionären Altararchitektur verschmelzen. Das großflächige Deckengemälde erschloss Dr. Scholl anhand der zugrunde liegenden Legenda Aurea des Jacobus de Voragine. Das Heiligenleben des Papstes Clemens, eines der ersten Nachfolger des Apostels Petrus und Namenspatron des Schlosserbauers Clemens August, entwickelt sich nach dem Auftakt über dem Altar zunächst an den beiden Längsseiten, führt zum Martyrium durch Ertränken über der Orgel, um dann noch einmal zurückzuschwingen in die Mitte der Nordseite, wo eine Mutter ihr ertrunken geglaubte Kind wiederfindet. Das zentrale Deckenmotiv bildet mit der Aufnahme des Clemens in die Himmelssphäre des dreifaltigen Gottes den erzählerischen Höhepunkt. Die plastischen Werke der Seitenaltäre und die Rahmung des Deckenbildes gehen auf den Bildhauer Mohr zurück. Spätere Kirchengestaltungen Wincks in Kooperation mit dem Bildhauer wurden im Umfeld Hildesheims in einigen Dorfkirchen geschaffen. Scholl würdigte das meisterhafte Werk des J. G. Winck zugleich durch querverweise nach San Clemente und San Ignacio in Rom. Das Veranstaltungsteam des Vor-Ort-Teams zusammen mit dem Künstlerseelsorger U. Schmalstieg dem Ehepaar Gerd und Martina Winner bedankte sich für das ermutigend große Interesse und lud gleichzeitig zum nächsten Kulturabend ein. Am 3. November wird ein einfühlsamer Film über die Kölner Architektenfamilie der Böhms zu sehen sein.

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