29. Oktober 2018

Niemals geht man so ganz!

Selten hat dieser Liedtitel besser gepasst, als bei Diakon Eugen Griesmayr. Denn obwohl er gestern verabschiedet wurde, geht er eben doch nicht so ganz.

Von Marco Koch - Gestern war es soweit: Nach 19 Jahren Dienst als Ständiger Diakon im Nordharz, wurde Eugen Griesmayr in den Ruhestand verabschiedet - und viele, richtig viele waren gekommen. Kaum einen Platz mehr gab es in der Liebfrauenkirche in Bad Harzburg. Nachdem Pfarrer Dirk Jenssen die von Bischof Heiner unterzeichnete offizielle Entpflichtungsurkunde vorgelesen hatte, überreichte er zum Abschied einen Apfelbaum. Wo der gepflanzt wird? Na, in Bündheim - denn: Niemals geht man so ganz.

Diakon Griesmayr assistierte in seinem Abschiedsgottesdienst nicht, sondern beteiligte sich am Gesang der "Diakonenschola". Die Predigt hielt Diakon Thomas Müller aus Garbsen. Anhand des Evangeliums vom blinden Bettler Bartimäus zeigte er auf, wie Eugen Griesmayr sein Amt verstand: Getragen vom Glauben reichte er vielen, die am Rande leben, die Hand und versuchte sie auf seine ganz eigene Weise zu Jesus zu führen.

Dass Diakon Griesmayr damit die Herzen der Menschen gewonnen hat, wurde in sehr persönlichen Worten und Zeichen beim Empfang nach dem Gottesdienst deutlich: Gleich zu Beginn wurde ihm von Christian Sladek, Vorstandsmitglied des Caritasverbandes Goslar, die Caritasnadel in Gold für seinen Einsatz verliehen. Der evangelische Propst Jens Höfel hob sein ökumenisches Engagement hervor und wies darauf hin, dass die wohl letzte Amtshandlung von Eugen Griesmayr der Gottesdienst am Reformationstag in der Lutherkirche sei. Auch der Bad Harzburger Bürgermeister Ralf Abrahms war gekommen und - weil ja fast alle ihn so nennen würden - wolle er das jetzt auch tun: Er sei Charly und würde sich freuen, wenn die Gespräche zwischen ihm und "Eugen" eine Fortsetzung in privatem Rahmen fänden.

Nachdem alle Reden - unterbrochen von musikalischen Darbietungen der Vienenburger Frauenschola und von Matthias Schulte auf dem Saxophon - gehalten waren, nahmen die persönlichen Dankes- und Abschiedsworte kein Ende. Aber: Niemals geht man so ganz! In den 19 Jahren, die Diakon Griesmayr in Bündheim gewohnt und seinen Dienst in den Gemeinden der Katholischen Kirche Nordharz und besonders in den Kliniken und Seniorenheimen getan hat, sind ihm hier Wurzeln gewachsen. Er hat sich ein halbes Jahr auserbeten, in dem er seine neue Lebenssituation erkunden und genießen möchte. Und dann will er schauen, wo er sich neu engagiert. Wir freuen uns, dass Du nicht ganz gehst, lieber Eugen.


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