12. Mai 2021

St. Jakobi weist Schäden auf, ist aber nicht baufällig

Die Sanierung der ältesten Stadtkirche in Goslar beginnt.
Von Jörg Kaspert - Goslar. Nach Aktenlage ist Sankt Jakobi die allerälteste, bis heute erhaltene Kirche der gesamten Altstadt. Sie wurde urkundlich erstmals anno 1073 erwähnt, wenn auch nur indirekt durch den Hildesheimer Bischof Hezilo. Kürzlich machte sich im Auftrag der Pfarrgemeinde St. Jakobus der Ältere das Architekturbüro Krekeler mit Unterstützung von beratenden Ingenieuren daran, den baulichen Zustand sehr präzise unter die Lupe zu nehmen. "Wohl kaum eine Goslarer Kirche ist jemals so gründlich auf Bauschäden an Fassade und Dachkonstruktion überprüft worden", meldet Kirchenvorstandsmitglied Günter Piegsa. "Erstmals dürfte dabei an einer Goslarer Altstadtkirche eine Drohne eingesetzt worden sein, um per Laserscan Messbilder aufzunehmen, die ein genaueres Schadensbild offen legen und als Grundlage für die Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes dienen." Das Urteil nach dieser neuesten, durch die Luft schwebenden Messmethode: "Baufällig ist St. Jakobi nicht. Aber die Kirche weist Schäden auf an den Fassaden, der Dachkonstruktion, der Entwässerung und Eindeckung." Aus diesem Befund folgt: Mauerwerk ist instand zu setzen und geschädigtes Holz zu ertüchtigen. Die Eindeckung des Daches bedarf einer Reparatur." Auch heute geht nicht alles aus der Luft und mit digital ausgerüsteten Flugmaschinen. "Den Dachstuhl begutachtete ein Holzsachverständiger, nachdem zuvor stichprobenartig Holz und Staubproben von Dachstuhl und Holzkonstruktionen auf belastende Holzschutzmittel hin beprobt worden waren. Vor der Festlegung von Maßnahmen zur Beseitigung der Schäden stand die Schadensfeststellung im Rahmen einer denkmalgerechten Schadens-Anamnese." Die Drohne scannte die Fassaden der Kirche. Auch wurden Schäden über Hubsteiger (das ist eine Arbeitsbühne auf einem Schwenkkran) eingehender untersucht und in ein Schadenskataster aufgenommen. "Diese Handkartierungen wurden anschließend digitalisiert und einschließlich Maßnahmenplanung und Kostenermittlung als Grundlage für die nächsten konkreten Arbeitsschritte Mitte im Gutachten zusammengefasst." Auf diese Weise entstand das Sanierungskonzept für die Gebäudehülle. Dann wurden die konkreten Baumaßnahmen für den ersten Bauabschnitt, den Chor, ausgeschrieben. "Vergeben wurden bereits die Arbeiten für Baustelleneinrichtung und Gerüstbau, Zimmerer- und Holzbauarbeiten, Dachdecker- und Klempnerarbeiten sowie Naturstein- und Putzarbeiten. Das Gewerk Malerarbeiten steht noch aus", fasst Piegsa den Stand der Dinge zusammen. Es stehen erhebliche Kosten an. "Ohne die erforderlichen Reparaturarbeiten an den Chorfenstern belaufen sich die Gesamtkosten des ersten Bauabschnittes bereits auf über 600.000 Euro. Den überwiegenden Kostenanteil trägt das Bistum Hildesheim, das neben dem Hildesheimer Dom mit St. Jakobi im Weltkulturerbe Altstadt Goslar die Verantwortung für eine der wertvollsten katholischen Kirchen Niedersachsens trägt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördern die Maßnahmen mit 70.000 Euro, das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege mit 92.000 Euro. Wenn weitere Mittel zur Verfügung stehen, werden weitere Bauabschnitte folgen. Auch die Glocken und die Orgel stehen noch auf der Liste der notwendigen Sanierungsmaßnahmen." In dieser Woche ging es los mit den ersten sichtbaren Schritten zur Sanierung. "Mit dem Gewerk Gerüstbau und Baustelleneinrichtung, für das die Firma Maik Hahne aus Wernigerode den Zuschlag erhielt, werden in der ersten Maihälfte die Arbeiten aufgenommen. Es wird nicht zu umgehen sein, dass die Kirche über viele Monate hinweg eingerüstet sein wird. Belästigungen für Anlieger und Passanten werden sich nicht gänzlich vermeiden lassen." Ein echtes Postkartenmotiv geht also vorübergehend verloren. Älter als die Jakobikirche war nur die Mitte des 11. Jahrhunderts von Heinrich III. gestiftete Kirche St. Simon und Judas gegenüber der Kaiserpfalz. Sie war Vorbild für sämtliche Stadtkirchen in Goslar und wurde 1819 auf Abriss verkauft. Quelle: Harzer Panorama am Sonntag Foto: Günter Piegsa

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St. Jakobi weist Schäden auf, ist aber nicht baufällig

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Von Jörg Kaspert - Goslar. Nach Aktenlage ist Sankt Jakobi die allerälteste, bis heute erhaltene Kirche der gesamten Altstadt. Sie wurde urkundlich erstmals anno 1073 erwähnt, wenn auch nur indirekt durch den Hildesheimer Bischof Hezilo. Kürzlich machte sich im Auftrag der Pfarrgemeinde St. Jakobus der Ältere das Architekturbüro Krekeler mit Unterstützung von beratenden Ingenieuren daran, den baulichen Zustand sehr präzise unter die Lupe zu nehmen. "Wohl kaum eine Goslarer Kirche ist jemals so gründlich auf Bauschäden an Fassade und Dachkonstruktion überprüft worden", meldet Kirchenvorstandsmitglied Günter Piegsa. "Erstmals dürfte dabei an einer Goslarer Altstadtkirche eine Drohne eingesetzt worden sein, um per Laserscan Messbilder aufzunehmen, die ein genaueres Schadensbild offen legen und als Grundlage für die Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes dienen." Das Urteil nach dieser neuesten, durch die Luft schwebenden Messmethode: "Baufällig ist St. Jakobi nicht. Aber die Kirche weist Schäden auf an den Fassaden, der Dachkonstruktion, der Entwässerung und Eindeckung." Aus diesem Befund folgt: Mauerwerk ist instand zu setzen und geschädigtes Holz zu ertüchtigen. Die Eindeckung des Daches bedarf einer Reparatur." Auch heute geht nicht alles aus der Luft und mit digital ausgerüsteten Flugmaschinen. "Den Dachstuhl begutachtete ein Holzsachverständiger, nachdem zuvor stichprobenartig Holz und Staubproben von Dachstuhl und Holzkonstruktionen auf belastende Holzschutzmittel hin beprobt worden waren. Vor der Festlegung von Maßnahmen zur Beseitigung der Schäden stand die Schadensfeststellung im Rahmen einer denkmalgerechten Schadens-Anamnese." Die Drohne scannte die Fassaden der Kirche. Auch wurden Schäden über Hubsteiger (das ist eine Arbeitsbühne auf einem Schwenkkran) eingehender untersucht und in ein Schadenskataster aufgenommen. "Diese Handkartierungen wurden anschließend digitalisiert und einschließlich Maßnahmenplanung und Kostenermittlung als Grundlage für die nächsten konkreten Arbeitsschritte Mitte im Gutachten zusammengefasst." Auf diese Weise entstand das Sanierungskonzept für die Gebäudehülle. Dann wurden die konkreten Baumaßnahmen für den ersten Bauabschnitt, den Chor, ausgeschrieben. "Vergeben wurden bereits die Arbeiten für Baustelleneinrichtung und Gerüstbau, Zimmerer- und Holzbauarbeiten, Dachdecker- und Klempnerarbeiten sowie Naturstein- und Putzarbeiten. Das Gewerk Malerarbeiten steht noch aus", fasst Piegsa den Stand der Dinge zusammen. Es stehen erhebliche Kosten an. "Ohne die erforderlichen Reparaturarbeiten an den Chorfenstern belaufen sich die Gesamtkosten des ersten Bauabschnittes bereits auf über 600.000 Euro. Den überwiegenden Kostenanteil trägt das Bistum Hildesheim, das neben dem Hildesheimer Dom mit St. Jakobi im Weltkulturerbe Altstadt Goslar die Verantwortung für eine der wertvollsten katholischen Kirchen Niedersachsens trägt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördern die Maßnahmen mit 70.000 Euro, das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege mit 92.000 Euro. Wenn weitere Mittel zur Verfügung stehen, werden weitere Bauabschnitte folgen. Auch die Glocken und die Orgel stehen noch auf der Liste der notwendigen Sanierungsmaßnahmen." In dieser Woche ging es los mit den ersten sichtbaren Schritten zur Sanierung. "Mit dem Gewerk Gerüstbau und Baustelleneinrichtung, für das die Firma Maik Hahne aus Wernigerode den Zuschlag erhielt, werden in der ersten Maihälfte die Arbeiten aufgenommen. Es wird nicht zu umgehen sein, dass die Kirche über viele Monate hinweg eingerüstet sein wird. Belästigungen für Anlieger und Passanten werden sich nicht gänzlich vermeiden lassen." Ein echtes Postkartenmotiv geht also vorübergehend verloren. Älter als die Jakobikirche war nur die Mitte des 11. Jahrhunderts von Heinrich III. gestiftete Kirche St. Simon und Judas gegenüber der Kaiserpfalz. Sie war Vorbild für sämtliche Stadtkirchen in Goslar und wurde 1819 auf Abriss verkauft. Quelle: Harzer Panorama am Sonntag Foto: Günter Piegsa

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