24. September 2020

Stärke kommt von innen

Mit den beiden Firmgottesdiensten am Sonntag endete die Firmvorbereitung, die persönliche Suche nach Gottes Spuren im eigenen Leben aber nicht.

Foto: privat

Von Johannes Sommer - „Auf der „Suche nach Mr. X“ - so starteten die jugendlichen Firmbewerber in die diesjährige Firmvorbereitung in Goslar. Es war sehr stürmisch, so dass wir beinahe die Suche abbrechen mussten. Mr. X wurde an diesem Nachmittag nicht gefangen. Im anschließenden Jugendgottesdienst in der St.-Jakobi-Kirche wurde uns bewusst, dass auch Gott unsichtbar und uns dennoch nahe ist und wir ihn nicht fangen oder fassen können.

In der Nacht des Aufbruchs, es war dunkel in der St.-Benno-Kirche, haben wir unter dem Motto der Lesung „Ich werde alles zum Guten wenden und euch sammeln“ begonnen uns auf den Weg zu machen, Gott in unserem Leben zu suchen. Wir wollten den Glauben an ihn kennenlernen und erfahren. Uns wurde klar, dass wir uns dafür öffnen müssen.

Und dann kam Corona ...

Unsere Firmvorbereitung wurde aus dem Konzept geworfen. Wir konnten uns nicht mehr persönlich treffen und in Gemeinschaft Gotteserfahrungen machen. Also mussten wir neue Ideen entwickeln.

Anstelle der Lebensabende trafen wir uns am Gründonnerstag zum ersten Mal im Online-Chat via Zoom. Wir haben uns mit fünf Ikonen, auf denen jeweils eine Station des Kreuzweges Jesu abgebildet war, beschäftigt. Jede und jeder hat passend zu einer Ikone ein Icon, welches man heute auf jedem Smartphone finden könnte, entworfen und berichtet, welche Gedanken sich jeder dazu gemacht hat. Eine wirklich tolle Erfahrung!

Das nächste Treffen war wieder online. Wir haben miteinander zu Abend gegessen und uns darüber ausgetauscht, was sich für uns durch Corona alles verändert hat, Gutes wie Schlechtes. Was ist Dir wichtig? Eine Frage, die durch Corona eine besondere Bedeutung bekommen hat. An diesem Abend haben wir eine Online-Andacht zusammen gefeiert.

Statt Bibel & Rucksack haben wir uns an drei Tagen auf eine Challenge begeben:

  1. Wo entdeckst Du Gottes Spuren in Deiner Welt? Geh allein hinaus auf die Straße, in die Natur, in Deine Umgebung, nimm Dir Zeit und schaue genau hin.
    Am Abend haben wir online in kleinen Gruppen aus den „Fundstücken“ eine Fotokollage zusammengestellt.
  2. Welche Gaben, Talente oder Fähigkeiten hast Du? Jede und jeder war zu einer Selbsteinschätzung angehalten. Suche Dir eine Person Deines Vertrauens (Freund, Mama, Papa, Schwester, Bruder, Oma, Opa oder sonst jemanden). Zeige dieser Person die Liste Deiner Selbsteinschätzung und bitte sie, um ihre Sicht auf Dich.
    Es war schon spannend, zu erfahren, wie nah Gott uns sein will, aber auch wie man sich selbst sieht und von anderen gesehen wird.
  3. Einen Abschnitt aus dem Tagesevangelium in die heutige Sprache zu übersetzen.

Zum Abschluss dieser dreitägigen Spurensuche haben wir uns am Sonntag, den 24. Mai das erste Mal wieder zu einem gemeinsamen Jugendgottesdienst in Grauhof getroffen. Mit Maske, mit 1,5m Abstand, ohne Gesang, aber in Gemeinschaft. Hier haben wir die Abschnitte des Evangeliums in der heutigen Sprache erfahren.

Beim nächsten Treffen wurden in Kleingruppen Geocaches gesucht und gefunden. Die Caches mussten richtig zusammengefügt und interpretiert werden, um die Koordinaten des nächsten Cache herauszufinden. Eine neue Erfahrung mit modernster Technik auf den Spuren Gottes zu sein.

Wir haben die Zeichen der Firmung besprochen und uns zum Abschluss in St. Benno am Lagerfeuer getroffen. Später am Altar in St. Benno wurden uns die Sieben Gaben des Geistes mit sieben Flammen bekannt gemacht: „Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit, Gottesfurcht.“

Wegen der besonderen Zeit mussten wir die Gruppe der Firmbewerber zur Feier der Firmung auf zwei Gottesdienste aufteilen. Beide Gottesdienste waren zeitlich gestrafft und doch sehr feierlich und harmonisch. Bischof Bongartz gelang eine beeindruckende Interpretation des Begriffs Stärke durch sehr persönliche Worte, die dem Sakrament der Firmung eine besondere Bedeutung gegeben haben. Stärke kommt von Innen und zeigt sich nicht in Muskeln, sondern durch die Gaben des Geistes und alles Gute was wir einander tun. Die Gottesdienste wurden musikalisch durch die Gruppe ShineHeilig begleitet.


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