24. September 2018

"Um Himmels willen", was ist denn hier los?

Manchmal sind fehlende Hinweise eine gute Gelegenheit, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. So war es auch beim Aktionstag "Um Himmels willen" am Samstag auf dem Jakobikirchhof.

Von Marco Koch - "Es wäre gut gewesen, wenn wir an den Zugängen zum Jakobikirchhof Aufsteller gehabt hätten. Viele Leute, die vorbeikamen - angelockt von Musik und leckeren Düften - haben gefragt, was hier denn heute los ist." Neben vielen anderen Stimmen zum Aktionstag "Um Himmels willen" bekam ich beim Abbau diese Rückmeldung. Stimmt! dachte ich, obwohl: Genau damit haben wir ein Ziel erreicht, den dieser Tag ja hatte. Einrichtungen, Gruppen und Gemeinden der Katholischen Kirche Nordharz wollten sich präsentieren und mit den Menschen ins Gespräch kommen. Und wenn die Leute schon fragen, dann sollte das doch wohl gelingen.

Begonnen hat der Aktionstag um 10.30 Uhr mit "MiniKirche - das Familiengebet". Der Altarraum der Kirche war gut gefüllt mit Kindern, Eltern und Großeltern. Um die Verbindung zwischen Erde und Himmel ging es. Auf der Bühne draußen ging es eine halbe Stunde später los: Nach der offiziellen Eröffnung sorgten temperamentvolle spanische Tänzerinnen gleich für gute Stimmung. Zu jeder vollen Stunde folgte eine weitere Darbietung: der Kinderchor "Hands up" aus Vienenburg, das Musikprojekt der Katholischen Kirche Nordharz und die Ökumenische Gitarrengruppe aus Oker stellten sich und ihr Repertoire vor.

Zwischendurch war an den vielen unterschiedlichen Ständen viel Betrieb. Bei den Kindertagesstätten und der Worthschule kamen die Kinder auf ihre Kosten, konnten spielen, experimentieren und kreativ werden. Gleich um die Ecke hatte Ker.mit alles aufgebaut, um dem Himmel nahe zu kommen: Beim Kistenklettern ging es hoch hinauf - und meistens laut krachend, aber gut gesichert wieder hinunter. Zur Not wäre ja auch der "Herzenswunsch-Krankenwagen" der Malteser gleich zur Stelle gewesen. Der ökumenische Kirchenladen "Kreuz & Quer" hatte seinen Verkaufswagen direkt an der Fußgängerzone aufgebaut und bot Kunstartikel, christliche Literatur und fair gehandelten Kaffee an.

Die eigenen Sinne wurden an den Ständen der Messdiener aus Liebenburg und beim FABI Forum Goslar geprüft und eingesetzt. Bei der Frauengruppe "Aufbruch/Umbruch" gab es nicht nur himmlische Himbeer- und irdische Erdbeermarmelade, sondern man konnte einen blauen Ballon in die Luft steigen lassen, an dem eine Karte mit einem guten Wunsch befestigt war. "Marriage Encounter" bietet bundesweit Beziehungskurse an. Beim Aktionstag verteilten sie unter dem Motto "Zeit für die Liebe" Lose mit Gesprächsimpulsen für Paare. Direkt vor dem Westportal der Kirche sah es aus wie auf einem Motorradparkplatz, wäre da nicht die Überschrift "Motorrad + Pilgern" gewesen. Der Kolpingbezirk Goslar war gleich mit zwei Ständen vertreten. Vorgestellt wurden internationale Unterstützungsprojekte und beim Kolpingladen aus Schladen gab es Informationen und Espresso.

Ähnlich aufgestellt war der Caritas-Verband Goslar: An einem Stand konnte man sich über die Arbeit informieren und am zweiten gab es syrische Spezialitäten. Und das war beileibe nicht die einzige Möglichkeit, sich zu stärken: Bratwurst, Kartoffelsuppe und ein vielfältiges Kuchenangebot ließen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Abgerundet von einer Portion Götterspeise konnte man sich ein leckeres Menü zusammenstellen.

Während des ganzen Tages lief in der Jakobikirche die Präsentation "Überkreuz", bei der Künstlerseelsorger Ulrich Schmalstieg Nachrichten des vergangenen Jahres mit Bildern eines bisher nicht veröffentlichten Siebdruckzyklus von Gerd Winner kombiniert hatte. Unterbrochen wurde die Ausstellung zweimal vom Dia-Vortrag "El camino comienza en su casa" (Der Weg beginnt Zuhause)" mit dem Lissy Keil von ihren Erfahrungen auf dem Jakobsweg erzählte.

Auch wenn die Wolken den Himmel an diesem Tag etwas tief hängen ließen, spielte das Wetter wirklich mit, sodass es am Ende bei allen hieß: Die Stimmung war klasse! Toll, dass es gelungen ist, mit den Einrichtungen und Gemeinden gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen! Die ganze Zeit über war auf dem Jakobikirchhof richtig was los! Oder - um mit dem Werbeslogan der Caritas zu sprechen: Das war ein starkes Stück Kirche. Und falls es ein nächstes Mal geben sollte, dann gibt es auch Aufsteller. Oder vielleicht doch nicht?

Einige Fotos vom Aktionstag können Sie sich hier anschauen.


Chagall-Ausstellung in Liebenburg

Das Adventliche Wochenende

Präventionsschulung

Stadt - Land - Gott

Facebook