12. November 2020

Umstrukturierung führt zur Schließung des St. Jakobushauses

Zum 31. Juli 2021 wird der Bildungsbetrieb in Goslar eingestellt.

Foto: bph (Bischöfliche Pressestelle Hildesheim)

Von Marco Koch - Die Nachricht platzte wie eine Bombe in die Dienstbesprechung der Pfarrsekretärinnen und des Pastoralteams: Vom Bistum Hildesheim kam eine Mail mit der Information, dass das St. Jakobushaus in Goslar im kommenden Jahr schließen wird. Nach dem Knall herrschte zunächst Stille und Betroffenheit. Pfarrer Dirk Jenssen sprach dann aus, was wohl alle dachten und fühlten: "Das ist ja schrecklich!"

Schrecklich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die - laut Pressebericht - die Nachricht über den Newsletter des Bistums zu lesen bekamen, bevor die Leiterin des Hauses, Dr. Ruth Bendels, sie bei einer anberaumten Betriebsversammlung informieren konnte. Immerhin sollen alle Mitarbeitenden zunächst vom Bistum weiterbeschäftigt werden. "In Zusammenarbeit mit den Mitarbeitervertretungen sondiert die Personalabteilung des Bistums ab sofort alternative Entwicklungs- und Arbeitsmöglichleiten für alle Beschäftigten.", heißt es von Bistumsseite. Pfarrer Dirk Jenssen sagte dazu: "Das Gute ist, dass die Arbeitsverhältnisse nicht nur einfach gekündigt werden sollen, sondern für jede einzelne Stelle eine Perspektive gesucht wird." Den Beschäftigten, die jetzt durch eine schwere unsichere Zeit gingen, wünscht er viele gute Ideen, wie möglichst alle eine gute Perspektive für ihre Zukunft gewinnen könnten und versicherte ihnen das Mitgefühl aller, die das Jakobushaus als Haus mit viel Kompetenz und Charme schätzen.

Schrecklich - oder zumindest bedauerlich - auch für uns als Katholische Kirche Nordharz, denn wir werden vor Ort eine Einrichtung verlieren, mit der es eine ganze Reihe von Kooperationspunkten gab - sowohl inhaltlich als auch räumlich. So hatten wir immer wieder die Möglichkeit, auf die theologische, aber auch auf die anderen Kompetenzen des Hauses zurückzugreifen. U. a. im Rahmen der Firmvorbereitung haben wir die Räumlichkeiten immer wieder gern genutzt und auch die Feier des Eucharistie-Abendlobes hatte durch die besondere Gestalt der Norbertkapelle einen passenden Ort gefunden. Aus Sicht von Pfarrer Dirk Jenssen kommt noch hinzu, dass die Schließung auch ein schwerer Schlag für die regionale Bildungslandschaft ist. Als Heimvolkshochschule hatte das Haus auch große Bedeutung für die Erwachsenenbildung in der Region und darüber hinaus.

Neben dem St. Jakobushaus wird das Bistum Hildesheim noch zwei weitere Bildungshäuser aufgeben: das Kloster St. Ludgerus in Helmstedt und die Bildungsstätte St. Martin in Germershausen. Begründet werden die Schließungen und die damit verbundene Umstrukturierung damit, dass die diözesane Bildungslandschaft entwickelt und zukunftsfest gemacht werden solle. Im Newsletter ist dazu zu lesen: "Die Herausforderungen, die der digitale Wandel an alle Bildungsanbieter stellt, werden dabei besonders im Blick sein. Zugleich reagiert die Diözese mit diesem Schritt auf die sinkenden finanziellen und personellen Ressourcen der Kirche von Hildesheim." Hinzu käme, dass bei Weiterführung der drei Häuser in den kommenden Jahren ein erheblicher Sanierungsbedarf mit entsprechend hohem Kostenaufwand zu erwarten wäre.

Eine katholische Akademie des Bistums Hildesheim wird es auch nach der Einstellung des Bildungsbetriebs im St. Jakobushaus zum 31. Juli 2021 geben: Konkret ist vorgesehen, dass die Akademie nach Hannover an den Standort Gerberstraße 26 verlegt wird, an dem schon das Forschungsinstitut für Philosophie, das Katholische Forum Niedersachsen (KFN) und die Landesgeschäftsstelle der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) ihren Sitz haben. Die neu aufgestellte Akademie soll ihren Betrieb zum 1. Januar 2022 aufnehmen und "als Dialog-Plattform bistumsweit Veranstaltungen zu Gesellschaft, Kirche, Glauben, Philosophie und Kultur anbieten sowie Internet-Nutzerinnen und -Nutzern ein umfangreiches digitales Angebot machen".


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