08. November 2021

Viele neue Impulse

Zoom macht´s möglich: Der 7. Studientag Liturgie des Bistums Hildesheim fand in diesem Jahr online statt.
Von Barbara Schwinum - Sicher hätte ich mich zum diesjährigen Studientag Liturgie aus unterschiedlichen Gründen nicht angemeldet, wenn er nicht digital stattgefunden hätte. Aber unter dieser Voraussetzung und weil das Thema: "Gott segne dich!" - Wann, wo und wie wir Gottes Zuwendung erfahren mich sehr interessierte, habe ich mich zur Teilnahme entschlossen. Dreizehn Workshops wurden vom 30. Oktober bis zum 5. November angeboten und ich nahm schließlich in meinem Wohnzimmer per Zoomschaltung an dem Workshop zu einem freien Bestattungsritus teil. Pater Nikolaus Nonn OSB aus Hannover stellte uns einen neuen, frei formulierten Bestattungsritus vor, der die Trauernden aktiv mit einbezieht und inhaltlich, textlich mehr auf die Bedürfnisse der Menschen unserer Zeit ausgerichtet ist. Für mich und meine Tätigkeit als Beerdigungsleiterin ein guter neuer Impuls, ebenso auch wie der gemeinsame Austausch mit ihm und vielen anderen Beerdigungsleiter/innen aus unserem Bistum. Neu war für mich auch, dass von einem Grab ein Segen ausgehen kann, und dass es deshalb für die Hinterbliebenen so wichtig ist, einen Gedenkort zu haben. Der eigentliche Studientag am 6. November von 14 bis 18 Uhr wurde schon zwei Tage vorher sozusagen eingeleitet, indem ich ein wunderbares Überraschungspäckchen (wer hat nicht gerne Überraschungen) erhielt, in welchem für die Nachmittagspause, Tee und Gebäck enthalten war und darüber hinaus für den gemeinsamen Abschlussgottesdienst, eine schöne große Kerze, ein Döschen mit Rosensalbe, eine Segenskarte und ein Liedblatt. Ein Zentralpunkt des Studientages war der Impulsvortrag von Frau Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz: "Wo Menschen Gutes erfahren - Segensfeiern als Zuwendung und Stärkung". Segensfeiern sind Antworten auf die Segensbedürftigkeit der Menschen von heute. Durch den Segen hofft der Mensch auf Gottes Zuspruch; eine Segensfeier ist sozusagen eine "Segenstankstelle, wo Menschen Kraft tanken können." Menschen von heute wollen ganz persönliche Lebenssituationen mit Segen versehen. Segensfeiern bieten eine Deutung aus dem christlichen Glauben an, bleiben aber niederschwellig, d. h. sie sind keine Hochform der Liturgie und werden auch von Menschen erbeten, die nicht mit einem umfassenden religiösen Bekenntnis leben. Auch muss man sich durch bzw. nach der Segnung zu nichts verpflichten, die subjektiv empfundene Nützlichkeit ist aber ein hohes Kriterium für die Teilnahme. Segen verleiht das Gefühl, dass das Leben noch in einer anderen als materiellen Sichtbarkeit aufgehoben ist und so kann die Segensfeier dann auch ein Schritt zu "mehr" sein, weil Gott erfahrbar wurde. Gott selbst ist die Quelle allen Segens, er ist immer da, wird von Menschen in bestimmten Situationen herabgerufen. Jeder Getaufte und Gefirmte ist ermächtigt zu segnen; jeder kann Segensworte formulieren und dazu Segensgesten ausführen. In ihren kurzen Praxisberichten im Anschluss an den Vortrag machten Markus Galonska, Gefängnisseelsorger, sowie Pater Hans-Albert Gunk OP, seelsorglich Beauftragter für homosexuelle Menschen im Bistum, sehr deutlich, dass jedem Menschen aufgrund seiner menschlichen Würde ein christlicher Segen zuzusprechen ist, oder auch ohne Worte durch Rituale gegeben werden kann, und dass der Zusprechende, Gebende so oft selbst zum Segen wird. Nach einem Austausch in Kleingruppen und einem anschließenden Podiumsgespräch mit den Referierenden, feierten wir zum Schluss eine bewegende gemeinsame Online-Liturgie aus abwechselnd vier verschiedenen Kirchenräumen, in der wir uns oder unseren möglichen Zimmerpartner im Verlauf bei brennendem Kerzenschein mit dem Rosenbalsam salbten und auf die Segenskarte einen Segenszuspruch schrieben. Der 7. Studientag Liturgie hat mich sehr bereichert und auch beeindruckt, einmal durch die vielen neuen Impulse, die ich bekommen habe, aber auch durch die vielen Menschen die mit mir christlich unterwegs sind und das waren online vielleicht sogar mehr (etwa 130 Personen), als es bei einer Präsenzveranstaltung gewesen wären. Ich kann nur Danke sagen!

Werbung Nordharz

Stadt - Land - Gott

Schutzkonzept

Godehardjahr

Soziale Netzwerke

08. November 2021

Viele neue Impulse

Zoom macht´s möglich: Der 7. Studientag Liturgie des Bistums Hildesheim fand in diesem Jahr online statt.
Von Barbara Schwinum - Sicher hätte ich mich zum diesjährigen Studientag Liturgie aus unterschiedlichen Gründen nicht angemeldet, wenn er nicht digital stattgefunden hätte. Aber unter dieser Voraussetzung und weil das Thema: "Gott segne dich!" - Wann, wo und wie wir Gottes Zuwendung erfahren mich sehr interessierte, habe ich mich zur Teilnahme entschlossen. Dreizehn Workshops wurden vom 30. Oktober bis zum 5. November angeboten und ich nahm schließlich in meinem Wohnzimmer per Zoomschaltung an dem Workshop zu einem freien Bestattungsritus teil. Pater Nikolaus Nonn OSB aus Hannover stellte uns einen neuen, frei formulierten Bestattungsritus vor, der die Trauernden aktiv mit einbezieht und inhaltlich, textlich mehr auf die Bedürfnisse der Menschen unserer Zeit ausgerichtet ist. Für mich und meine Tätigkeit als Beerdigungsleiterin ein guter neuer Impuls, ebenso auch wie der gemeinsame Austausch mit ihm und vielen anderen Beerdigungsleiter/innen aus unserem Bistum. Neu war für mich auch, dass von einem Grab ein Segen ausgehen kann, und dass es deshalb für die Hinterbliebenen so wichtig ist, einen Gedenkort zu haben. Der eigentliche Studientag am 6. November von 14 bis 18 Uhr wurde schon zwei Tage vorher sozusagen eingeleitet, indem ich ein wunderbares Überraschungspäckchen (wer hat nicht gerne Überraschungen) erhielt, in welchem für die Nachmittagspause, Tee und Gebäck enthalten war und darüber hinaus für den gemeinsamen Abschlussgottesdienst, eine schöne große Kerze, ein Döschen mit Rosensalbe, eine Segenskarte und ein Liedblatt. Ein Zentralpunkt des Studientages war der Impulsvortrag von Frau Prof. Dr. Birgit Jeggle-Merz: "Wo Menschen Gutes erfahren - Segensfeiern als Zuwendung und Stärkung". Segensfeiern sind Antworten auf die Segensbedürftigkeit der Menschen von heute. Durch den Segen hofft der Mensch auf Gottes Zuspruch; eine Segensfeier ist sozusagen eine "Segenstankstelle, wo Menschen Kraft tanken können." Menschen von heute wollen ganz persönliche Lebenssituationen mit Segen versehen. Segensfeiern bieten eine Deutung aus dem christlichen Glauben an, bleiben aber niederschwellig, d. h. sie sind keine Hochform der Liturgie und werden auch von Menschen erbeten, die nicht mit einem umfassenden religiösen Bekenntnis leben. Auch muss man sich durch bzw. nach der Segnung zu nichts verpflichten, die subjektiv empfundene Nützlichkeit ist aber ein hohes Kriterium für die Teilnahme. Segen verleiht das Gefühl, dass das Leben noch in einer anderen als materiellen Sichtbarkeit aufgehoben ist und so kann die Segensfeier dann auch ein Schritt zu "mehr" sein, weil Gott erfahrbar wurde. Gott selbst ist die Quelle allen Segens, er ist immer da, wird von Menschen in bestimmten Situationen herabgerufen. Jeder Getaufte und Gefirmte ist ermächtigt zu segnen; jeder kann Segensworte formulieren und dazu Segensgesten ausführen. In ihren kurzen Praxisberichten im Anschluss an den Vortrag machten Markus Galonska, Gefängnisseelsorger, sowie Pater Hans-Albert Gunk OP, seelsorglich Beauftragter für homosexuelle Menschen im Bistum, sehr deutlich, dass jedem Menschen aufgrund seiner menschlichen Würde ein christlicher Segen zuzusprechen ist, oder auch ohne Worte durch Rituale gegeben werden kann, und dass der Zusprechende, Gebende so oft selbst zum Segen wird. Nach einem Austausch in Kleingruppen und einem anschließenden Podiumsgespräch mit den Referierenden, feierten wir zum Schluss eine bewegende gemeinsame Online-Liturgie aus abwechselnd vier verschiedenen Kirchenräumen, in der wir uns oder unseren möglichen Zimmerpartner im Verlauf bei brennendem Kerzenschein mit dem Rosenbalsam salbten und auf die Segenskarte einen Segenszuspruch schrieben. Der 7. Studientag Liturgie hat mich sehr bereichert und auch beeindruckt, einmal durch die vielen neuen Impulse, die ich bekommen habe, aber auch durch die vielen Menschen die mit mir christlich unterwegs sind und das waren online vielleicht sogar mehr (etwa 130 Personen), als es bei einer Präsenzveranstaltung gewesen wären. Ich kann nur Danke sagen!

Werbung Nordharz

Stadt - Land - Gott

Schutzkonzept

Godehardjahr

Soziale Netzwerke