06. Januar 2022

Wetterfester Segen

Adelheid Kristen bringt seit 15 Jahre den Döhrenern den Haus- und Jahressegen - in diesem Jahr zum letzten Mal.

Von Andrea Leifeld - „Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus.“  Mit segensreichen Wünschen ist Adelheid Kriesten mit einer munteren Kinderschar in diesen Tagen zur Sternsinger-Aktion in Döhren unterwegs. Seit 15 Jahren scheute sie weder Wind noch Wetter oder gar Glatteis, wenn es darum ging, den königlichen Segen zu überbringen.

Dieser Tage wird sie von ihren drei Enkelkindern, Elia, Noah und Luka, begleitet. Geboostert, geimpft, genesen und aus einem Haushalt stammend, will sie die königliche Gruppe möglichst klein halten. „Das Bistum hat eigentlich davon abgeraten, in diesem Jahr als Sternsinger unterwegs zu sein“, betont die 75-jährige. „Auch Singen an den Haustüren dürfen wir nicht.“ Einschränkungen, die sie nicht davon abhielten, ihre gewohnte Runde vornehmlich durch Groß Döhren zu gehen. „Wir haben einen Spendenbeutel mit einem besonders langen Stiel dabei. Da kommen wir niemanden zu nahe.“

Der Segenswunsch: „Lieber Gott, in diesem Heim, lass alle Menschen glücklich sein und schenke allen die hier leben, deinen Schutz und deinen Segen“, wird von Caspar-Elia. Melchior-Luka und Balthasar-Noah auswendig gesprochen. Mit dem Aufkleber „20*C+M+B+22“ auf der Haustür bleibt der königliche Segensbesuch dann ganzjährig wetterfest sichtbar.

80 Haushalte werden sie besuchen und voraussichtlich 1500 Euro – so wie in allen Vorjahren – sammeln. Geld, das der 64. Aktion Dreikönigssingen gespendet wird und mit dem Focus 2022 „Gesund werden – gesund bleiben“ auf die Gesundheitsversorgung von Mädchen und Jungen in Afrika aufmerksam macht. „Obwohl es auch in diesem Jahr keinen kirchlichen Neujahrsempfang im Döhrener Gemeindesaal gibt. Da haben wir immer viele Spender erreicht. Und es hat immer Spaß gemacht.“ Bei diesen Worten liegt doch etwas Wehmut in ihrer Stimme, denn es wird die letzte Sternsinger-Aktion sein, die sie begleitet. Gesundheitliche Gründe und auch das fortgeschrittenes Alter setzten ihr im vergangenen Jahr ein deutliches Zeichen, kürzer zu treten. 

Ein großes Dankeschön möchte sie an die zahllosen, treuen Spender richten, aber auch an die vielen Sternsinger-Kinder, die sie über die Jahre begleitet hatten. „Die Kinder opfern immerhin mehrerer Tage von ihren Weihnachtsferien, um als Sternsinger unterwegs zu sein. Das ist schon beachtlich.“  Auch die Verköstigung der Kinder zur Mittagszeit fand in allen den Jahren immer im Hause Kriesten statt. „Manchmal gab es sogar noch Abendbrot. Je nachdem, wie lange wir unterwegs waren“, erinnerte sie. Ihr Ehemann Fred war ihr stets eine große Hilfe im größten Trubel.  

Die einst von Rosa Meffert genähten, majestätischen Kostüme wird Adelheid Kriesten zusammen mit dem Zepter und königlichen Sammelbeutel an ihren Nachfolger überreichen. Doch leider habe für Groß Döhren bislang noch niemand seine Bereitschaft signalisiert, die Sternsinger-Gruppe zu führen. „Es wäre sehr schade, wenn es diese Tradition nicht mehr geben würde,“ betont sie.  

Für das Ortsgebiet Klein Döhren wird Manuela Taube die Sternsinger-Aktion fortführen. Aufkleber mit dem Jahressegen „20*C+M+B+22“ sind bei ihr und Adelheid Kriesten erhältlich.

Foto: Andrea Leifeld


Katholische Kirche Nordharz bei YouTube

Godehardjahr

Auf den Spuren des Apostels Paulus und der Antike

Stadt - Land - Gott

Facebook

06. Januar 2022

Wetterfester Segen

Adelheid Kristen bringt seit 15 Jahre den Döhrenern den Haus- und Jahressegen - in diesem Jahr zum letzten Mal.

Von Andrea Leifeld - „Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus.“  Mit segensreichen Wünschen ist Adelheid Kriesten mit einer munteren Kinderschar in diesen Tagen zur Sternsinger-Aktion in Döhren unterwegs. Seit 15 Jahren scheute sie weder Wind noch Wetter oder gar Glatteis, wenn es darum ging, den königlichen Segen zu überbringen.

Dieser Tage wird sie von ihren drei Enkelkindern, Elia, Noah und Luka, begleitet. Geboostert, geimpft, genesen und aus einem Haushalt stammend, will sie die königliche Gruppe möglichst klein halten. „Das Bistum hat eigentlich davon abgeraten, in diesem Jahr als Sternsinger unterwegs zu sein“, betont die 75-jährige. „Auch Singen an den Haustüren dürfen wir nicht.“ Einschränkungen, die sie nicht davon abhielten, ihre gewohnte Runde vornehmlich durch Groß Döhren zu gehen. „Wir haben einen Spendenbeutel mit einem besonders langen Stiel dabei. Da kommen wir niemanden zu nahe.“

Der Segenswunsch: „Lieber Gott, in diesem Heim, lass alle Menschen glücklich sein und schenke allen die hier leben, deinen Schutz und deinen Segen“, wird von Caspar-Elia. Melchior-Luka und Balthasar-Noah auswendig gesprochen. Mit dem Aufkleber „20*C+M+B+22“ auf der Haustür bleibt der königliche Segensbesuch dann ganzjährig wetterfest sichtbar.

80 Haushalte werden sie besuchen und voraussichtlich 1500 Euro – so wie in allen Vorjahren – sammeln. Geld, das der 64. Aktion Dreikönigssingen gespendet wird und mit dem Focus 2022 „Gesund werden – gesund bleiben“ auf die Gesundheitsversorgung von Mädchen und Jungen in Afrika aufmerksam macht. „Obwohl es auch in diesem Jahr keinen kirchlichen Neujahrsempfang im Döhrener Gemeindesaal gibt. Da haben wir immer viele Spender erreicht. Und es hat immer Spaß gemacht.“ Bei diesen Worten liegt doch etwas Wehmut in ihrer Stimme, denn es wird die letzte Sternsinger-Aktion sein, die sie begleitet. Gesundheitliche Gründe und auch das fortgeschrittenes Alter setzten ihr im vergangenen Jahr ein deutliches Zeichen, kürzer zu treten. 

Ein großes Dankeschön möchte sie an die zahllosen, treuen Spender richten, aber auch an die vielen Sternsinger-Kinder, die sie über die Jahre begleitet hatten. „Die Kinder opfern immerhin mehrerer Tage von ihren Weihnachtsferien, um als Sternsinger unterwegs zu sein. Das ist schon beachtlich.“  Auch die Verköstigung der Kinder zur Mittagszeit fand in allen den Jahren immer im Hause Kriesten statt. „Manchmal gab es sogar noch Abendbrot. Je nachdem, wie lange wir unterwegs waren“, erinnerte sie. Ihr Ehemann Fred war ihr stets eine große Hilfe im größten Trubel.  

Die einst von Rosa Meffert genähten, majestätischen Kostüme wird Adelheid Kriesten zusammen mit dem Zepter und königlichen Sammelbeutel an ihren Nachfolger überreichen. Doch leider habe für Groß Döhren bislang noch niemand seine Bereitschaft signalisiert, die Sternsinger-Gruppe zu führen. „Es wäre sehr schade, wenn es diese Tradition nicht mehr geben würde,“ betont sie.  

Für das Ortsgebiet Klein Döhren wird Manuela Taube die Sternsinger-Aktion fortführen. Aufkleber mit dem Jahressegen „20*C+M+B+22“ sind bei ihr und Adelheid Kriesten erhältlich.

Foto: Andrea Leifeld