05. November 2021

Wie ein Blättern im Familienalbum

Bei der KulTourZeit am Mittwoch wurde der Film "Die Böhms - Architektur einer Familie" gezeigt.
Von Pastor Ulrich Schmalstieg - Es war ein vergleichsweise stiller Abend, als der Film "Die Böhms - Architektur einer Familie" gezeigt wurde. Ungefähr 25 Personen, darunter auch mehrere als Architekten "vom Fach", aus Hildesheim und Braunschweig verfolgten aufmerksam, was der Film an zum Teil intimen Einblicken bot. Gottfried und sein Vater Dominikus Böhm zählen zu den Wegbereitern des modernen Kirchenbaus in Deutschland. Ihre Wirkung ging weit darüber hinaus. Die außergewöhnliche Architektenfamilie Böhm existiert mittlerweile in dritter, wenn man den Vater des Gottfried, den Dominikus Böhm noch hinzunimmt, in vierter Generation. Mittelpunkt der Erkundungen des Schweizer Dokumentarfilmers Maurizius Starkle Drux ist Gottfried Böhm und seine Frau Elisabeth, die im Verlauf der Dreharbeiten verstirbt. Auch Gottfried steht zu dieser Zeit schon vor dem 95. Geburtstag, er verstarb in diesem Jahr im Alter von 101 Jahren. Es gibt Einblicke ins Kölner Familienhaus, in dem er, Gottfried, als Boss immer noch regen Anteil an der Arbeit seiner Söhne nimmt, mit ihnen diskutiert und immer noch seine eigenen Zeichnungen von futuristischen Stadtbildern vollführt. Die Rolle der kritischen Mutter kommt in den Gesprächen immer wieder vor. Nach ihrem Tod reist Gottfried noch einmal zur Spurensuche nach Paris und erinnert sich an jüngere Jahre, die sie in einem angekauften Haus verbrachten, das sie seinerzeit in Eigenregier umbauen ließ. Das Altern des erfolgreichen Architekten, die Konkurrenz der Geschwister als Architekten untereinander und immer der mächtige Schatten des Vaters. Die Marienkirche in Neviges, größter Kirchenbau Deutschlands aus den 1970er Jahren, die Geschichte der Kölner Moschee des Sohnes Paul Böhm und der Bau eines großen Krankenhauses in China sind exemplarische Haltepunkte. Schließlich kommt auch die Auseinandersetzung des hochaltrigen Gottfried mit seinem bevorstehenden Sterben behutsam ins Wort und ins Bild. Ein intensiver Film, dessen Schwäche sich einzig in dem unausgewogenen Verhältnis der Lautstärken von Musik und Stimmen zeigte.

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