30. Mai 2023

"Woran die Geister sich scheiden"

"Pfingsten in Goslar" - das waren drei Tage voller Sonnenschein, Musik und pfingstlicher Stimmung.

Von Marco Koch - Drei Tage Pfingsten in Goslar. Drei Tage wunderbares frühsommerliches Wetter. Das passte gut zusammen. Da hatte man am Samstagabend doch gleich Lust, sich auf den Weg zu machen, um beim Churchwalk zwischen den Goslarer Altstadtkirchen von einem Konzert zum nächsten zu spazieren, vorher noch ein Häppchen zu essen oder einen Schluck zu trinken.

"The String Company" eröffnete den Abend in der Marktkirche. Mit Musik in unterschiedlichen Sprachen und aus unterschiedlichen Kulturen sorgte das Erfurter Ensemble für gute Stimmung, aber auch für Nachdenklichkeit. Weiter ging es in der Neuwerkkirche mit dem Seesener Handglockenchor - einer von nur 40 seiner Art, die es in Deutschland nur gibt. Es folgte eine Mischung aus brasilianischer Musik, Jazz und Schlagern in der St.-Stephani-Kirche. Sigrun Krüger (Tenorsaxofon und Klarinette) und Ulli Kiehm (Gitarre) ließen gute Stimmung aufkommen, zum Mitklatschen und -singen brauchte niemand zu annimieren. Einen etwas längeren Spaziergang weiter gab es sphärische Musik aus Obertongesang sowie den japanischen Instrumenten Koto und Osmose: Das Duo "Invert" trat in der Frankenberger Kirche mit der Livepremiere des Konzertprogramms "Clouds" auf. Und wer geglaubt hatte, dass zum abschließenden Konzert in St.-Jakobi-Kirche nur noch wenige Zuhörerinnen und Zuhörer kommen würden, hatte sich - erfreulicherweise - getäuscht. Vor vollen Kirchenbänken spielte der Cellist Roger Morelló Ros Stücke aus seinem Soloprogramm "The Voice of Casals", in dem er seinem Landsmann, dem bedeutenden katalanischen Künstler und Humanisten Pablo Casals seine Referenz erweist.

Musikalisch ging es auch am Abend des Pfingstsonntags weiter: Gerald de Vries ließ die Treutmann-Orgel in der Stiftskirche St. Georg in Grauhof pfingstlich brausen; ein Sturm fegte durch die Pfeifen. Für die (manchmal etwas zu) leisen Töne waren Pfarrer Ralph Beims und Gemeindereferent Marco Koch mit Gebeten und zwei Pfingstmeditationen zuständig. Bei immer noch warmem Wetter klang der Abend beim Pfingstbiergarten aus. Etwa 50 Gäste ließen sich Grillkäse und Bratwurst schmecken, genossen die kühlen Getränke und das Beisammensein.

Mit Hilfe der Feuerwehr wurden am Pfingstmontagmorgen auf dem "Domplatz" Bänke für den ökumenischen Open-Air-Gottesdienst aufgestellt. Ab halb elf begannen sie sich zu füllen; zu Beginn des Gottesdienstes war kaum noch ein Platz zu haben - und wenn doch, dann nur deshalb, weil einige Mitfeiernde sich lieber auf einen Stehplatz im Schatten zurückzogen.

Der Gottesdienst stand unter dem Motto "Woran die Geister sich scheiden". Mit Demonstrationsplakaten wurden verschiedene Themen, über die Menschen heute diskutieren in den Blick gerückt: Pfarrer Beims erzählte von den Auseinandersetzungen in der Familie über die richtige Ernährung, Pfarrerin Grauer nahm den Klimawandel und die Klimakleber in den Blick, Gemeindereferent Marco Koch stellte sich der Frage der Warnstreiks und Pfarrer Müller-Pontow beschäftigte sich mit der Bedeutung der Religionen. In Gesprächen und Diskussionen über diese und andere Themen scheiden sich die Geister, zerbrechen manchmal Freundschaften und Familien. Und doch: Immer gibt es für jede der Positionen gute Argumente. Darum - und das machte Propst Thomas Gunkel in seiner Predigt deutlich - scheidet der Geist Gottes zwar die Geister, baut aber auch Brücken zwischen den Menschen.

Gutes Wetter, eine tolle Stimmung und vor allem die vielen Menschen, die alles so großartig vorbereitet - und auch wieder aufgeräumt - haben dafür gesorgt, dass "Pfingsten in Goslar" in diesem Jahr genau das war: eine Brücke, die die Menschen der Stadt verband und die Geister nicht schied.


Präventionsfortbildung

Stadt - Land - Gott

Sternsinger

Schutzkonzept

Soziale Netzwerke

30. Mai 2023

"Woran die Geister sich scheiden"

"Pfingsten in Goslar" - das waren drei Tage voller Sonnenschein, Musik und pfingstlicher Stimmung.

Von Marco Koch - Drei Tage Pfingsten in Goslar. Drei Tage wunderbares frühsommerliches Wetter. Das passte gut zusammen. Da hatte man am Samstagabend doch gleich Lust, sich auf den Weg zu machen, um beim Churchwalk zwischen den Goslarer Altstadtkirchen von einem Konzert zum nächsten zu spazieren, vorher noch ein Häppchen zu essen oder einen Schluck zu trinken.

"The String Company" eröffnete den Abend in der Marktkirche. Mit Musik in unterschiedlichen Sprachen und aus unterschiedlichen Kulturen sorgte das Erfurter Ensemble für gute Stimmung, aber auch für Nachdenklichkeit. Weiter ging es in der Neuwerkkirche mit dem Seesener Handglockenchor - einer von nur 40 seiner Art, die es in Deutschland nur gibt. Es folgte eine Mischung aus brasilianischer Musik, Jazz und Schlagern in der St.-Stephani-Kirche. Sigrun Krüger (Tenorsaxofon und Klarinette) und Ulli Kiehm (Gitarre) ließen gute Stimmung aufkommen, zum Mitklatschen und -singen brauchte niemand zu annimieren. Einen etwas längeren Spaziergang weiter gab es sphärische Musik aus Obertongesang sowie den japanischen Instrumenten Koto und Osmose: Das Duo "Invert" trat in der Frankenberger Kirche mit der Livepremiere des Konzertprogramms "Clouds" auf. Und wer geglaubt hatte, dass zum abschließenden Konzert in St.-Jakobi-Kirche nur noch wenige Zuhörerinnen und Zuhörer kommen würden, hatte sich - erfreulicherweise - getäuscht. Vor vollen Kirchenbänken spielte der Cellist Roger Morelló Ros Stücke aus seinem Soloprogramm "The Voice of Casals", in dem er seinem Landsmann, dem bedeutenden katalanischen Künstler und Humanisten Pablo Casals seine Referenz erweist.

Musikalisch ging es auch am Abend des Pfingstsonntags weiter: Gerald de Vries ließ die Treutmann-Orgel in der Stiftskirche St. Georg in Grauhof pfingstlich brausen; ein Sturm fegte durch die Pfeifen. Für die (manchmal etwas zu) leisen Töne waren Pfarrer Ralph Beims und Gemeindereferent Marco Koch mit Gebeten und zwei Pfingstmeditationen zuständig. Bei immer noch warmem Wetter klang der Abend beim Pfingstbiergarten aus. Etwa 50 Gäste ließen sich Grillkäse und Bratwurst schmecken, genossen die kühlen Getränke und das Beisammensein.

Mit Hilfe der Feuerwehr wurden am Pfingstmontagmorgen auf dem "Domplatz" Bänke für den ökumenischen Open-Air-Gottesdienst aufgestellt. Ab halb elf begannen sie sich zu füllen; zu Beginn des Gottesdienstes war kaum noch ein Platz zu haben - und wenn doch, dann nur deshalb, weil einige Mitfeiernde sich lieber auf einen Stehplatz im Schatten zurückzogen.

Der Gottesdienst stand unter dem Motto "Woran die Geister sich scheiden". Mit Demonstrationsplakaten wurden verschiedene Themen, über die Menschen heute diskutieren in den Blick gerückt: Pfarrer Beims erzählte von den Auseinandersetzungen in der Familie über die richtige Ernährung, Pfarrerin Grauer nahm den Klimawandel und die Klimakleber in den Blick, Gemeindereferent Marco Koch stellte sich der Frage der Warnstreiks und Pfarrer Müller-Pontow beschäftigte sich mit der Bedeutung der Religionen. In Gesprächen und Diskussionen über diese und andere Themen scheiden sich die Geister, zerbrechen manchmal Freundschaften und Familien. Und doch: Immer gibt es für jede der Positionen gute Argumente. Darum - und das machte Propst Thomas Gunkel in seiner Predigt deutlich - scheidet der Geist Gottes zwar die Geister, baut aber auch Brücken zwischen den Menschen.

Gutes Wetter, eine tolle Stimmung und vor allem die vielen Menschen, die alles so großartig vorbereitet - und auch wieder aufgeräumt - haben dafür gesorgt, dass "Pfingsten in Goslar" in diesem Jahr genau das war: eine Brücke, die die Menschen der Stadt verband und die Geister nicht schied.


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