Bibel-Teilen - Gemeinschaft im Wort Gottes

Das Bibel-Teilen (nach den 7 Schritten) ist keine Methode und will auch kein Bibelstudium oder Bibelarbeit ersetzen; vielmehr ist es ein "einfacher" (nicht anspruchsloser!) Weg; eine Wortliturgie, in der Jede und Jeder - unabhängig von Bildung oder gar theologischer Ausbildung - im Hören auf die Schrift in eine Beziehung mit Jesus Christus eintreten kann. Das Bibel-Teilen lebt von der Gegenwart des Auferstandenen, der zu uns durch sein Wort spricht, uns zu seiner Kirche aufbaut und uns sendet.

 

Schritt 1: Begrüßen - sich zu Christus setzen

"Wir werden uns bewusst, dass Christus in unserer Mitte ist: Wer möchte Christus mit eigenen Worten begrüßen?"

Im 1. Schritt begrüßen wir Christus. Wir treten in eine Beziehung zu ihm ein, indem wir beten. Wir "verpflanzen" das, was in der Wortliturgie in der Kirche geschieht, weiter fort in die Häuser.

 

Schritt 2: Lesen - das Wort Gottes verkünden und hören

"Wir schlagen in der Bibel das Buch / das Evangelium / den Brief... auf, (wenn alle aufgeschlagen haben:) Wer möchte die Verse von...bis...vorlesen? …/Wer möchte die Bibelstelle noch einmal lesen?"

Die Frohe Botschaft wird verkündet. Christus handelt an uns, indem er zu uns spricht.

 

Schritt 3: Sich ansprechen lassen - den verborgenen Schatz heben

"Wir sprechen jetzt Worte oder kurze Satzteile, die uns berührt haben, dreimal wie im Gebet aus. Zwischen den Wiederholungen lassen wir eine kurze Stille."

Wir lassen uns ansprechen vom Wort Gottes, aber nicht allein, sondern gemeinsam mit allen, mit denen wir uns um sein Wort sammeln. Es geht um ein persönliches Sich-Mitteilen, das dem Aufbau des Leibes Christi unter uns dienen soll.

 

Schritt 4: Miteinander schweigen - die Gegenwart Gottes wahrnehmen

"Wir halten jetzt einige Minuten Stille und versuchen zu hören, was Gott uns sagen will."

Stillwerden vor Gott, persönliche Christusbegegnung im Wort, aber auch: Gemeinschaftsbildung im (stillen) Hören auf ihn: Es kann sein, dass ich das Wort, das mich ursprünglich angesprochen hat, "fallen" lasse, weil Gott mich anspricht durch eines der Worte, das ein anderer Teilnehmer verkündet hat.

 

Schritt 5: Mitteilen - gemeinsam Gott begegnen durch die anderen

"Welches Wort hat mich angesprochen? Wir teilen einander mit, was uns im Herzen berührt hat."

Es geht um ein persönliches Mitteilen dessen, was jeden Einzelnen innerlich angerührt hat. Dies geschieht in dem Vertrauen und der inneren Haltung, dass es auch Gottes Geist sein kann, der einen anrührt. Von daher verbietet sich jedes Kommentieren, Diskutieren, Belehren oder auch Belobigen. Jeder darf, niemand muss sprechen.

 

Schritt 6: Handeln - sich senden lassen

"Wir tauschen uns darüber aus, was wir in unserem Umfeld wahrnehmen.
Welche Aufgabe fordert uns heraus? Was wollen wir konkret angehen? Christus handelt durch uns in der Welt."

Eine "Kleine Christliche Gemeinschaft" als konkrete Ausdrucksform von Kirche am Ort fragt sich an diesem Punkt: "Wozu sind wir gesandt? Was ist unsere konkrete Aufgabe als Gemeinschaft der Glaubenden?" Warum ist das so essenziell? "Kleine Christliche Gemeinschaften" sind keine Gruppen, sie sind Kirche am Ort, d.h., sie übernehmen die Aufgaben der Gesamtkirche auf lokaler Ebene, so wie es in ihrem Rahmen möglich ist.

 

Schritt 7: Beten - alles noch einmal vor Gott bringen

"Wir beten miteinander. Wer möchte, kann jetzt ein freies Gebet sprechen. (Danach kann man mit einem Gebet oder Lied schließen, das alle auswendig können.)

Alles, was an- und ausgesprochen wurde, aber auch alles, was unausgesprochen im Herzen blieb - die einzelnen Menschen, die Kirche, die Welt -, wird dankend und fürbittend noch einmal miteinander im Gebet vor Gott gebracht.

(Gabriele Viecens, Mitglied und Leiterin einer KCG in Garbsen und Mitglied im "Nationalteam kleine christliche Gemeinschaften im Deutschsprachigen Raum")

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