10. November 2022

Augen auf!

Die Präventionsausstellung ist wieder in den Gemeinden der Katholischen Kirche Nordharz unterwegs.

Von Marco Koch - Inzwischen ist es drei Jahre her, dass sich eine Arbeitsgruppe intensiv mit dem Thema Prävention von sexualisierter Gewalt beschäftigt hat. Sichtbare Ergebnisse der Arbeit waren ein institutionelles Schutzkonzept und die Ausstellung "Augen auf!". Die Ausstellung lädt die Besucherinnen und Besucher ein, ihre Augen an fünf Stationen für sich selbst zu öffnen, für die eigene Wahrnehmung, das eigene Gefühl und die eigene Haltung. Sie möchte den Blick schärfen für einen achtsamen Umgang mit Nähe und Distanz, mit Macht und Ohnmacht, mit Kindern, Jugendlichen, Schutzbefohlenen und Erwachsenen.

Anfang 2020 ging die Ausstellung auf Reisen und war zunächst in der St.-Jakobi-Kirche in Goslar und kurzzeitig in der Liebfrauenkirche in Bad Harzburg zu erleben - bevor der Lockdown kam und alle weiteren Planungen zunichte machte. Trotzdem gab es sehr positive Rückmeldungen von den Besucherinnen und Besuchern und erfreulicherweise gab es für die Ausstellung sogar überregionales Interesse. Inzwischen ist die Ausstellung schon im Norden des Bistums, aber auch im Bernward-Krankenhaus in Hildesheim zu sehen gewesen.

Wir freuen uns, dass "Augen auf" nun auch wieder in der Katholischen Kirche Nordharz unterwegs ist. Noch bis Samstag nach der Vorabendmesse können Sie sie in Bündheim erleben, am Sonntag, 13. November, im Pfarrheim in Wiedelah und anschließend vom 14. - 21. November im Bischof-Rese-Haus in Vienenburg. Die genauen Zeiten finden Sie in der Terminvorschau hier auf unserer Internetseite. Zeitlich passt das gut: Auf Anregung von Papst Franziskus haben die deutschen Bischöfe festgelegt, dass jährlich rund um den 18. November, den „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“, ein Gebetstag für Betroffene sexuellen Missbrauchs stattfinden soll.

Gebetstag und Ausstellung verstehen sich als Beiträge zur Sensibilisierung in Kirche und Gesellschaft. Und so feiern wir an jedem Ausstellungsort - am vergangenen Samstag in der St.-Gregor-Kirche in Bündheim - zu Beginn der Ausstellungszeit einen Gottesdienst, der eine Kultur des Hinschauens in den Mittelpunkt stellt.

Anfang kommenden Jahres wird die Ausstellung dann in weiteren Kirchen im Nordharz zu sehen und zu erleben sein. Wir hoffen, dass wir damit einen Beitrag zum Wunsch einer Betroffenen leisten, die sagt:

Einmal habe ich einer Frau gesagt, ich habe Missbrauch erlebt. Sie meinte nur: Das sei doch lange vorbei. Ich solle in die Zukunft schauen.
Für mich ist es nicht vorbei. Es wird mich bis zum letzten Atemzug begleiten. Obwohl ich in einer langen Therapie viel gelernt habe, das mich ein wenig leichter leben lässt.

Ich wünschte, die Menschen um mich herum könnten ein wenig verstehen, wie es mir und anderen Betroffenen geht.
Ich wünschte, sie würden mir zuhören, ohne mich zu beschuldigen und zu beschämen.
Mein größter Wunsch ist, dazugehören zu dürfen, irgendwo ein wenig daheim sein zu können in dieser Welt und bei einigen Menschen.
Vielleicht könnte ich dann auch wieder Gott vertrauen.

Weiterführende Links


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Godehardjahr

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Die Präventionsausstellung ist wieder in den Gemeinden der Katholischen Kirche Nordharz unterwegs.

Von Marco Koch - Inzwischen ist es drei Jahre her, dass sich eine Arbeitsgruppe intensiv mit dem Thema Prävention von sexualisierter Gewalt beschäftigt hat. Sichtbare Ergebnisse der Arbeit waren ein institutionelles Schutzkonzept und die Ausstellung "Augen auf!". Die Ausstellung lädt die Besucherinnen und Besucher ein, ihre Augen an fünf Stationen für sich selbst zu öffnen, für die eigene Wahrnehmung, das eigene Gefühl und die eigene Haltung. Sie möchte den Blick schärfen für einen achtsamen Umgang mit Nähe und Distanz, mit Macht und Ohnmacht, mit Kindern, Jugendlichen, Schutzbefohlenen und Erwachsenen.

Anfang 2020 ging die Ausstellung auf Reisen und war zunächst in der St.-Jakobi-Kirche in Goslar und kurzzeitig in der Liebfrauenkirche in Bad Harzburg zu erleben - bevor der Lockdown kam und alle weiteren Planungen zunichte machte. Trotzdem gab es sehr positive Rückmeldungen von den Besucherinnen und Besuchern und erfreulicherweise gab es für die Ausstellung sogar überregionales Interesse. Inzwischen ist die Ausstellung schon im Norden des Bistums, aber auch im Bernward-Krankenhaus in Hildesheim zu sehen gewesen.

Wir freuen uns, dass "Augen auf" nun auch wieder in der Katholischen Kirche Nordharz unterwegs ist. Noch bis Samstag nach der Vorabendmesse können Sie sie in Bündheim erleben, am Sonntag, 13. November, im Pfarrheim in Wiedelah und anschließend vom 14. - 21. November im Bischof-Rese-Haus in Vienenburg. Die genauen Zeiten finden Sie in der Terminvorschau hier auf unserer Internetseite. Zeitlich passt das gut: Auf Anregung von Papst Franziskus haben die deutschen Bischöfe festgelegt, dass jährlich rund um den 18. November, den „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“, ein Gebetstag für Betroffene sexuellen Missbrauchs stattfinden soll.

Gebetstag und Ausstellung verstehen sich als Beiträge zur Sensibilisierung in Kirche und Gesellschaft. Und so feiern wir an jedem Ausstellungsort - am vergangenen Samstag in der St.-Gregor-Kirche in Bündheim - zu Beginn der Ausstellungszeit einen Gottesdienst, der eine Kultur des Hinschauens in den Mittelpunkt stellt.

Anfang kommenden Jahres wird die Ausstellung dann in weiteren Kirchen im Nordharz zu sehen und zu erleben sein. Wir hoffen, dass wir damit einen Beitrag zum Wunsch einer Betroffenen leisten, die sagt:

Einmal habe ich einer Frau gesagt, ich habe Missbrauch erlebt. Sie meinte nur: Das sei doch lange vorbei. Ich solle in die Zukunft schauen.
Für mich ist es nicht vorbei. Es wird mich bis zum letzten Atemzug begleiten. Obwohl ich in einer langen Therapie viel gelernt habe, das mich ein wenig leichter leben lässt.

Ich wünschte, die Menschen um mich herum könnten ein wenig verstehen, wie es mir und anderen Betroffenen geht.
Ich wünschte, sie würden mir zuhören, ohne mich zu beschuldigen und zu beschämen.
Mein größter Wunsch ist, dazugehören zu dürfen, irgendwo ein wenig daheim sein zu können in dieser Welt und bei einigen Menschen.
Vielleicht könnte ich dann auch wieder Gott vertrauen.

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